Rincón lockt Briten mit Punktlandung im Netz

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Rincón de la Victoria

Rincón lockt Briten mit Punktlandung im Netz

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Schluss mit der Gießkannen-Mentalität

Weg vom Streuschuss, hin zur Punktlandung: Rincón de la Victoria schlägt bei der Eroberung des britischen Marktes einen neuen Kurs ein. Die Gemeinde an der östlichen Costa del Sol fokussiert ihre Werbeausgaben nicht länger auf das gesamte Vereinigte Königreich, sondern konzentriert sich mit chirurgischer Präzision auf jene Regionen, aus denen das Potenzial am größten ist. Das ist mehr als nur eine Kampagne – das ist eine Kampfansage an ineffizientes Marketing.

Die Strategie: Nur wer fliegen kann, soll auch träumen

Das Kalkül dahinter ist ebenso simpel wie überzeugend: Wer nicht ohne Zwischenstopp nach Málaga reisen kann, für den ist die Anzeige in den sozialen Netzwerken schlicht Geldverschwendung. Also richtet sich die neue Kampagne „Beyond Summer“ ausschließlich an die Einzugsgebiete jener 23 britischen Flughäfen, die eine direkte Verbindung in die Provinzhauptstadt anbieten. Im Fokus stehen dabei die zehn Städte mit der höchsten Nachfrage und der größten Sitzplatzkapazität: London, Manchester, Birmingham, Bristol, Glasgow, Newcastle, Edinburgh, Leeds, Nottingham und Liverpool.

Die Botschaft erreicht damit exakt die Zielgruppe, die sie erreichen soll – Urlauber, die innerhalb weniger Stunden am Strand liegen können. Man will nicht den britischen Gesamtmarkt, man will den britischen Reisenden, der tatsächlich buchen kann. Das ist kein Nischen-Denken, sondern ein Paradebeispiel für moderne, datengetriebene Tourismuswerbung, die Suchanfragen und Flugpläne miteinander verheiratet.

London als Schaufenster: 60 Bildschirme, 108.000 Botschaften

Begleitet wird die digitale Offensive von einer massiven Präsenz im Londoner Nahverkehr. Wer vom 2. bis 5. November mit der U-Bahn unterwegs ist, kommt an Rincón de la Victoria nicht vorbei. 60 Bildschirme im Netz der Transport for London flimmern im Minutentakt. Die prominentesten Plätze sind für die Stoßzeiten reserviert: der Leicester Square im Herzen des West End, die Liverpool Street Station mit ihrer direkten Anbindung an das Messegelände, Paddington als Ankunftsort für Heathrow-Passagiere und Canary Wharf im Finanzdistrikt. Insgesamt summiert sich das auf 108.000 Einzelausstrahlungen und geschätzte 285.000 Kontakte mit einem qualifizierten Publikum – vom Messedelegierten bis zum potenziellen Urlauber.

Die Aktion ist der logische nächste Schritt nach dem erfolgreichen Auftakt im Berliner Nahverkehr im Frühjahr – und sie unterstreicht den Anspruch, in den Metropolen Europas sichtbar zu sein. Dass die Kampagne vollständig digital läuft, ist dabei nicht nur eine Kostenfrage, sondern auch ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit: keine Plakate, kein Papier, kein Abfall.

Der Markt gibt der Strategie recht

Dass die Anstrengungen nicht ins Leere laufen, zeigen die Zahlen. Zwischen Januar und Oktober dieses Jahres zählte die Gemeinde 10.205 britische Gäste – ein Plus von 10,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit ist das Vereinigte Königreich inzwischen der zweitwichtigste Quellmarkt für Rincón de la Victoria, nur hinter Deutschland und der wichtigste außerhalb der EU. Werte, die den eingeschlagenen Kurs bestätigen.

Gleichzeitig setzt die Gemeinde auf dem Messegelände selbst auf direkten Austausch: In persönlichen Gesprächen mit britischen Reiseveranstaltern, die sich auf Kultur- und Naturtourismus spezialisiert haben, sollen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Man will mehr sein als nur ein weiterer Strandabschnitt an der überlaufenen Küste. Mit dem Verweis auf das historische Erbe und die Naturschätze will man sich als authentische Alternative positionieren – eine Strategie, die in Zeiten des Massentourismus zunehmend an Relevanz gewinnt.

Während andere Destinationen noch darüber diskutieren, wie man dem britischen Markt begegnet, handelt Rincón de la Victoria. Die Botschaft ist klar: Nicht alle wollen wir, aber die, die wir wollen, sollen uns sehen. Diese Form der Selbstbeschränkung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von strategischer Reife.

Wie das Nachrichtenportal axarquiaplus.es berichtet, ist die Kampagne Teil der Strategie „Más Allá del Verano“, die den Ort als Ganzjahresziel etablieren soll.


Quelle: axarquiaplus.es

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