IRONMAN legt Küstenstraße in Málaga lahm

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

IRONMAN legt Küstenstraße in Málaga lahm

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Ein Sonntag, der in die Beine geht – und den Verkehr lahmlegt

Wer am kommenden Sonntag entspannt die Sonne an der Küste östlich von Málaga genießen will, sollte seine Pläne überdenken. Während 2.500 Athleten beim IRONMAN 70.3 um Bestzeiten kämpfen, bleibt für den Rest der Bevölkerung nur eines: Geduld oder Umwege. Die Generaldirektion für Verkehr (DGT) hat angekündigt, die Küstenregion zwischen Málaga und Torrox von 07:00 bis 15:00 Uhr massiv einzuschränken. Wer jetzt noch glaubt, der Sportevent sei eine Randnotiz, wird durch die schiere Dimension der Sperrungen eines Besseren belehrt.

Eine Region wird zum Hindernislauf

Die Veranstalter haben sich nicht mit einem simplen Rundkurs begnügt, sondern gleich mehrere Verkehrsadern der Provinz in Beschlag genommen. Die N-340a, besser bekannt als Carretera del Mediterráneo, wird auf einer Länge von über 30 Kilometern zwischen der Hauptstadt und Torrox (p. k. 250+400 bis 283+950) komplett dichtgemacht. Auch die Anschlussstellen der Autovía A-7 sind betroffen: Die Ausfahrten zur MA-3204 (Chilches), zur Küstenstraße und nach Benajarafe bleiben zwischen 08:00 und 14:30 Uhr gesperrt. Die MA-24, der wichtigste Zubringer zum östlichen Málaga, ist ebenfalls von den Sperrungen gezeichnet – in beide Fahrtrichtungen.

Bei allem Verständnis für den Eventtourismus stellt sich die Frage, ob eine solche Komplettblockade der Lebensadern der Region verhältnismäßig ist. Anwohner, Pendler und Lieferanten stehen an diesem Sonntag vor einem faktischen Ausnahmezustand. Die offizielle Devise der DGT lautet „Prudencia y colaboración“ – als ob reine Vernunft die kilometerlangen Umwege und Staus auflösen würde.

Zwischen Sportevent und Realität

Befürworter des Events verweisen auf die internationale Strahlkraft, die der IRONMAN für die Costa del Sol entfaltet. Doch der Preis dafür ist hoch: Die Anwohner der betroffenen Gemeinden wie Rincón de la Victoria, Vélez-Málaga und Algarrobo müssen sich darauf einstellen, ihre Häuser nur zu Fuß oder mit Sondergenehmigung erreichen zu können. Für die Dauer von bis zu acht Stunden sind die üblichen Wege tabu.

Die Behörden raten, Fahrten auf den Nachmittag zu verschieben und aktuelle Informationen auf der Website der DGT abzurufen. Das ist gut gemeint, aber eine Bank, auf die man bauen kann, ist es nicht: Erfahrungsgemäß halten sich die wenigsten an die Zeitfenster, und die Rückkehr zur Normalität nach so einem Großevent dauert oft länger als geplant.

Klare Kante gegen das Verkehrsdesaster

Es wäre an der Zeit, dass die Organisatoren solcher Events mit den Kommunen besser planen. Temporäre Ampelanlagen, Notfallspuren für Rettungskräfte und eine klarere Kommunikation mit den betroffenen Bürgern sind keine Luxusprobleme, sondern Grundvoraussetzungen. Der IRONMAN mag ein Spektakel sein, aber er darf nicht zur Geduldsprobe für die werden, die hier zu Hause sind.

Die DGT verweist auf die Nummer 011 und die Webseite, um aktuelle Updates zu erhalten. Das ändert nichts daran, dass dieser Sonntag für die Region ein verkehrstechnischer Blindflug wird. Wer es sich leisten kann, bleibt zu Hause – oder plant die Flucht nach vorn in den Westen der Provinz. Dort ist die Welt am Sonntag wenigstens noch in Ordnung.

Wie die Regionalzeitung Axarquía Plus berichtet, richtet die DGT ein Sonderaufgebot an Verkehrsposten ein, um die Sicherheit der Athleten und Zuschauer zu gewährleisten.


Quelle: axarquiaplus.es

Mehr aus Málaga & Rincón de la Victoria & Vélez-Málaga & Torrox & Andalusien