Davidovich erobert Schanghai

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Rincón de la Victoria

Davidovich erobert Schanghai

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Vom Pechvogel zum Champion: Davidovichs Sternstunde

Es war ein Finale, das wie ein Symbol für eine ganze Karriere wirkte. Alejandro Davidovich Fokina, der Mann, der einst seine ersten fünf Endspiele verlor, kassierte gegen seinen Landsmann Rafael Jódar im ersten Satz eine Lehrstunde und lag mit 1:6 chancenlos am Boden. Doch wer den Spanier kennt, weiß: Genau in diesen Momenten blüht der Mann aus Rincón de la Victoria auf.

Mit einer Mischung aus Wut, Willen und spielerischer Brillanz kämpfte sich der 27-Jährige zurück. Im Tiebreak des zweiten Durchgangs behielt er die Nerven, um im Entscheidungssatz mit 6:4 den ersten Masters-1000-Titel seiner Laufbahn zu perfektionieren. 2 Stunden und 27 Minuten dauerte der Schlagabtausch, der am Ende mehr als nur eine Trophäe bedeutete.

Ein historischer Erfolg für Spaniens Tennis

Dieser Sieg in der chinesischen Metropole ist kein gewöhnlicher Turniererfolg. Zum einen ist es der erste Triumph eines Spaniers beim Rolex Shanghai Masters – ausgerechnet auf Hartplatz, der lange als Schwachstelle der iberischen Schule galt. Zum anderen avanciert Davidovich damit zum ersten Spieler seines Landes, der diesen prestigeträchtigen Titel der ATP-Kategorie 1000 in den Palmares aufnimmt. Die Zahlen untermauern die Sensation: Neun spanische Finals gab es bislang bei diesen Turnieren, nie zuvor standen sich zwei Landsleute auf Hartplatz gegenüber.

Wer nun glaubt, dies sei ein Zufallsprodukt, der irrt gewaltig. Die asiatische Tour des Mannes aus der Provinz Málaga gleicht einem Rausch: Zehn Siege in Folge auf chinesischem Boden, zuvor der Titel in Chengdu – und nun der ganz große Wurf. Auf dem Weg ins Finale musste der an Position 25 gesetzte Außenseiter Schwergewichte wie Alexander Zverev bezwingen und überlebte gegen Frances Tiafoe sogar einen Matchball.

Der Preis der Geduld

„Ich habe einen leeren Kopf, ich weiß nicht, was ich sagen soll“, gestand der frischgebackene Champion unter Tränen. Doch genau diese Emotionen zeigen, wie viel Arbeit in diesem Moment steckt. Drei Titel in einer Saison – nach Mallorca und Chengdu nun Schanghai – sind der Lohn für jahrelanges Durchhaltevermögen. Der Mann, der in seiner Karriere so oft an sich selbst verzweifelte, hat endlich die Konstanz gefunden, die ihn vom Talent zum Champion macht.

Der Lohn folgt auf dem Fuße: Mit dem Turniersieg klettert Davidovich auf Platz 15 der Weltrangliste – seine beste Platzierung überhaupt. Für Rincón de la Victoria, das beschauliche Dorf an der Costa del Sol, ist der Sohn der Stadt längst mehr als nur ein Sportler. Er ist der Beweis, dass aus der Provinz Größe entstehen kann.

Wie die andalusische Nachrichtenplattform AxarquiaPlus berichtet, markiert dieser Erfolg den vorläufigen Höhepunkt einer bemerkenswerten Entwicklung. Der Ruhm des Rinconeros strahlt nun weit über die Grenzen seiner Heimatgemeinde hinaus – als Manifest eines Spielers, der endlich angekommen ist, wo er hingehört: an der Spitze der Tenniswelt.


Quelle: axarquiaplus.es

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