Renfe bremst Züge nach LZB-Ausfall ab

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Kastilien-La Mancha

Renfe bremst Züge nach LZB-Ausfall ab

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Neue Sicherheitsanweisung nach Zugunglück

Als Konsequenz aus dem schweren Bahnunglück in Urda (Provinz Toledo) mit 69 Todesopfern verschärft die spanische Staatsbahn Renfe ihre Sicherheitsvorschriften. Wie das Nachrichtenportal „20 Minutos“ unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, sollen die Triebfahrzeugführer künftig angewiesen werden, nach einem Ausfall des Zugbeeinflussungssystems LZB nur noch mit maximal 40 km/h anzufahren. Der Vorfall Ende Juli hatte sich genau auf jener Strecke ereignet, auf der das LZB-System kurz vor dem Unglück ausgefallen war.

Die neue Regelung ist Teil eines Maßnahmenkatalogs, den Renfe derzeit ausarbeitet. Der Entwurf ist nach Angaben des Unternehmens noch nicht final, soll aber so schnell wie möglich umgesetzt werden. Die Vorgabe sieht vor, dass Lokführer vor der Weiterfahrt nach einem Systemausfall Kontakt mit der Betriebszentrale des Infrastrukturbetreibers Adif aufnehmen müssen. Erst wenn diese bestätigt, dass der betreffende Streckenabschnitt frei ist, darf der Zug mit reduzierter Geschwindigkeit weiterrollen.

Reaktion auf Gewerkschaftsforderungen

Mit diesem Schritt reagiert Renfe offenbar auf die Forderung der Lokführergewerkschaft Semaf. Diese hatte sich bereits am Samstag an die staatliche Eisenbahnsicherheitsbehörde AESF gewandt und verlangt, dass nach einem Ausfall der Systeme LZB oder ERTMS die Weiterfahrt in voller Geschwindigkeit grundsätzlich untersagt wird. Besonders kritisch ist die Situation, wenn sich mehrere Züge im selben Streckenabschnitt befinden könnten.

Das LZB-System ist veraltet und kommt ausschließlich auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Sevilla zum Einsatz. Es soll mittelfristig durch das europaweit standardisierte ERTMS-System ersetzt werden. Nach Angaben der Zeitung „El País“ und des Radiosenders Cadena Ser, die zunächst über die internen Papiere berichtet hatten, gilt die neue Geschwindigkeitsbegrenzung insbesondere bei einem teilweisen Systemausfall – genau jener Störung, die auch vor dem Unglück von Urda auftrat.

Verantwortlichkeiten bleiben umstritten

Renfe betont, dass es sich bei den neuen Vorgaben lediglich um Empfehlungen an das eigene Personal handelt, da die Verkehrssteuerung prinzipiell in den Zuständigkeitsbereich von Adif fällt. Ungeachtet dessen hatte die Staatsbahn erst am Samstag in einer offiziellen Mitteilung klargestellt, dass keiner der beiden tödlichen Unfälle der vergangenen neun Monate auf ihr Verschulden zurückgehe. Die Wartung und Instandhaltung der Gleisanlagen sei nicht Aufgabe des Bahnbetreibers, sondern der Infrastrukturgesellschaft. Renfe sei ausschließlich für den Personen- und Gütertransport verantwortlich, hieß es in dem Schreiben.

Die Eisenbahnergewerkschaft und verschiedene Sicherheitsexperten sehen das anders und fordern eine grundlegende Überarbeitung der Sicherheitskonzepte auf den betroffenen Strecken. Die Ermittlungen zur Unglücksursache von Urda laufen derweil weiter.


Quelle: 20minutos.es

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