Rekordanstieg bei Gebrauchtimmobilienpreisen

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Spanien

Rekordanstieg bei Gebrauchtimmobilienpreisen

von Clara Weber

Der spanische Immobilienmarkt zeigt keine Anzeichen einer Beruhigung. Im Gegenteil: Die Preise für Gebrauchtimmobilien haben zu Jahresbeginn 2026 einen historischen Höchststand erreicht. Wie aktuelle Daten des Nationalen Statistikinstituts (INE) zeigen, stiegen die Preise für bestehende Wohnungen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,5 Prozent. Es handelt sich um den stärksten jährliche Anstieg seit Beginn der Statistikreihe im Jahr 2007 – ein Rekordwert, der die Dynamik des Marktes unterstreicht.

Ein historischer Höchstwert für Gebrauchtimmobilien

Die Entwicklung bei Gebrauchtimmobilien setzt einen Trend fort, der bereits seit Mitte 2025 zu beobachten ist. Damals begann die Wachstumsrate, die 13-Prozent-Marke zu übersteigen. Das aktuelle Plus von 13,5% übertrifft sogar den bisherigen Rekord vom Anfang des Jahres 2007 um einige Zehntelprozentpunkte. Allein in den letzten drei Monaten sind diese Immobilien um weitere 3,5 Prozent teurer geworden. Diese Zahlen stehen im Kontrast zur etwas moderateren Entwicklung bei Neubauten. Deren Preise legten im selben Zeitraum um 9,1 Prozent zu – eine deutliche Verlangsamung gegenüber den Zuwächsen zu Beginn und Ende des Jahres 2025.

Expertinnen und Experten sehen strukturelle Gründe für diese Diskrepanz. María Matos, Direktorin für Studien bei Fotocasa, verweist auf die anhaltende Knappheit: “Die geringe Produktion und die hohen Materialkosten halten das Preistempo für neue Immobillien auf einem besonders hohen Niveau.” Gleichzeitig profitiere der Gebrauchtmarkt von einer robusten Nachfrage, die jede verfügbare Gelegenheit suche. Ferran Font, Sprecher von Pisos.com, bestätigt diese Einschätzung: “Die Nachfrage sucht weiterhin nach Möglichkeiten in jeder Kategorie, angesichts des knappen verfügbaren Angebots.”

Landweite Dynamik und regionale Unterschiede

Der Rekordanstieg bei Gebrauchtimmobilien sorgte dafür, dass der Gesamtpreisindex für Wohnungen in Spanien stabil blieb. Im ersten Quartal 2026 lag das Plus bei 12,9 Prozent – genau auf dem Niveau der letzten drei Monate des Vorjahres. Damit setzt sich eine Phase der Stabilisierung auf hohem Niveau fort, die bereits 2025 eingesetzt hatte. Seit 2014 steigen die Immobilienpreise nun ununterbrochen, mit besonderer Intensität in den letzten Jahren. Seit Anfang 2024 haben sie sich um insgesamt 26,7 Prozent erhöht.

Die Preissteigerungen sind ein landesweites Phänomen. In allen autonomen Gemeinschaften wurden zweistellige Zuwächse verzeichnet. Die stärksten Anstiege gab es in Aragón und Murcia mit jeweils 15,6 Prozent sowie in Kastilien und León mit 14,9 Prozent. Es folgten die Valencianische Gemeinschaft (14,3%), Madrid (13,6%) und Andalusien (13,3%). Die moderatesten Steigerungen wurden in Katalonien und Navarra (je 10,5%) sowie im Baskenland (10,2%) registriert.

Ein Markt ohne Ermüdungserscheinungen

Hinter dieser anhaltenden Dynamik steckt, so die einhellige Meinung der Marktbeobachter, eine einfache Gleichung: eine sehr solide Nachfrage trifft auf ein unzureichendes Angebot. Die Nachfrage wird durch verbesserte Finanzierungsbedingungen angekurbelt, während das Angebot nicht mithalten kann. Dieser fundamentale Trend sei weiterhin intakt, wie Ferran Font zusammenfasst: “Der spanische Wohnungsmarkt ist mit einer Aufwärtsintensität in das Jahr 2026 gestartet, die keine Ermüdungserscheinungen zeigt.”

Die aktuellen Preisanstiege liegen dabei weit über der allgemeinen Inflationsrate, die im März bei 3,4 Prozent lag. Um einen höheren Wert für den Gesamtmarkt zu finden, muss man in der INE-Statistik bis ins erste Quartal 2007 zurückgehen, als ein Anstieg von 13,1 Prozent verzeichnet wurde. Andere Messmethoden, wie die des Ministeriums für Wohnungswesen, die auf einer Stichprobe von Bewertungen basieren, zeigen sogar noch höhere historische Spitzenwerte zwischen 2002 und 2005. Sie führen den aktuellen Durchschnittspreis pro Quadratmeter in Spanien auf einen Rekordwert von 2.316 Euro.


Quelle: 20minutos.es

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