
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Olivenöl-Betrug in Jaén aufgeflogen
Gefälschte Dokumente und Scheinfirmen
Die spanische Guardia Civil hat eine kriminelle Vereinigung zerschlagen, die im großen Stil minderwertiges Olivenöl als hochwertiges Bio-Produkt verkauft haben soll. Wie die Behörden am Montag in einer Pressekonferenz mitteilten, wurden zwölf Verdächtige in vier Provinzen festgenommen. Der größte Teil der Gruppe stammte aus der Provinz Jaén, zudem gab es Festnahmen in Málaga, Córdoba und Madrid.
Die Ermittlungen begannen, nachdem die Agrardelegation der Regionalregierung von Andalusien auf Unregelmäßigkeiten bei Ölkäufen in einer Produktionsstätte aufmerksam geworden war, die erst seit 2023 aktiv ist. Die Beamten sprechen von einem besonders konstruierten Betrugsnetzwerk. Der operative Kern der Bande soll aus zwei Scheinfirmen mit Sitz in Portugal bestanden haben.
Perfektes Täuschungsmanöver
Die Täter wählten eine komplexe Methode: Zwei portugiesische Gesellschaften, die von den mutmaßlichen Drahtziehern kontrolliert wurden, gaben vor, Olivenöl von spanischen Mühlen und Genossenschaften zu kaufen. Die Lieferungen gingen jedoch nie über die Grenze. Stattdessen lagerte die Organisation die Ware in Spanien und fälschte sämtliche Papiere – von Rechnungen bis zu Transportdokumenten.
Im nächsten Schritt simulierten die Beteiligten den Import von Bio-Olivenöl aus Portugal an die Firma in Jaén. Tatsächlich befand sich das Öl bereits vor Ort. Um die Tarnung aufrechtzuerhalten, nutzte die Gruppe eine Vielzahl von Briefkastenfirmen und falschen Papieren.
Zollfahnder schlagen zu
Bei der sogenannten Operation Oretania durchsuchten die Einsatzkräfte 14 Gebäude in Jaén, Córdoba und Málaga, darunter drei Ölmühlen, die mit dem Netzwerk in Verbindung stehen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Festgenommenen Lebensmittelbetrug, Urkundenfälschung, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation vor.
Bei den Razzien, die zusammen mit Qualitätsprüfern der Regionalregierung durchgeführt wurden, versiegelten die Beamten 34 Tanks mit mehr als einer Million Kilogramm Öl. Die Produkte verstießen gegen die Vorschriften zur Rückverfolgbarkeit. Zudem wurden über 70.000 Euro Bargeld sowie Luxusautos, Uhren und Schmuck beschlagnahmt, deren Wert auf etwa eine Million Euro geschätzt wird.
Nach Berechnungen der Ermittler könnte der Betrug seit Januar 2023 mehr als sieben Millionen Kilogramm Öl umfassen. Der illegale Gewinn dürfte bei über vier Millionen Euro liegen. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, da auch steuerliche Vergehen geprüft werden.
Die Unterdelegation der spanischen Regierung betonte, die Aktion stärke das Vertrauen in die Produzenten und die Qualität des spanischen Olivenöls. Der Subdelegado wertete die Festnahmen als klares Signal gegen Manipulationen im Agrarsektor. Das Verfahren wird vom Instanzgericht in Martos geführt, wie die Behörden mitteilten.
Die Ermittler betonen, dass es sich bei den Beschuldigten um einen besonders aktiven Einzelfall handle. Der Großteil der Olivenölproduzenten in der Region arbeite transparent und nach strengen Qualitätsstandards, hieß es. Die Operation sei auch ein Schutz für die Bauern, die unter fairen Bedingungen arbeiten wollten, erklärten die Verantwortlichen. Nach Informationen von Europa Press
Quelle: europapress.es