
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Neues Tageszentrum für Obdachlose in Rincón de la Victoria
Ein Ort für neue Perspektiven
Die Gemeinde Rincón de la Victoria startet ab dem 17. August ein neues Angebot für Menschen, die auf der Straße leben oder von sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Das Tageszentrum, das in den Räumlichkeiten der lokalen Kreuzrot-Gruppe untergebracht ist, versteht sich als niedrigschwellige Anlaufstelle – mit dem Anspruch, den Gästen nicht nur Grundbedürfnisse zu stillen, sondern auch Wege aus der Krise aufzuzeigen.
Geöffnet ist das Zentrum montags, mittwochs und freitags von 9 bis 12:30 Uhr. Wer hierher kommt, kann duschen, frische Kleidung erhalten, die Wäsche waschen oder einfach eine warme Mahlzeit bekommen. Doch das Angebot geht darüber hinaus: Fachkräfte bieten Orientierung, helfen bei Behördengängen und begleiten die Besucher zu weiterführenden sozialen Diensten. Jeder Fall wird individuell betrachtet, ein persönlicher Plan erstellt – von der Verbesserung lebenspraktischer Fähigkeiten über digitale Kompetenzen bis hin zur Unterstützung bei der Jobsuche.
Gemeinsame Verantwortung
Die Sozialdezernentin Belén Gutiérrez betonte, wie wichtig ein solcher Ort sei, „um den Bedürfnissen besonders verletzlicher Menschen direkt zu begegnen“. Bürgermeister Francisco Salado sieht in dem Zentrum einen „wichtigen Schritt“ im Engagement für die Schwächsten der Gesellschaft. Auch Rubí Castro von Kreuzrot lokal unterstrich die symbolische Bedeutung: „Ein Kaffee, eine Dusche – das klingt banal, ist aber für viele der erste Schritt zurück zu Selbstvertrauen und Hoffnung.“
Das Projekt, das über Mittel des autonomen IRPF der Junta de Andalucía finanziert wird, kalkuliert mit etwa 80 Nutzerinnen und Nutzern pro Jahr. Die Zuweisung erfolgt über die Sozialdienste, andere Organisationen oder auf direkte Anfrage der Betroffenen selbst. Bei der ersten Kontaktaufnahme werden die Situation erfasst, ein individueller Fahrplan erstellt und die weitere Begleitung sichergestellt.
Mehr als nur Alltagshilfe
Darüber hinaus ist das Zentrum als Anlaufstelle für Notlagen konzipiert – etwa bei Hitzewellen oder anderen klimatischen Ausnahmesituationen. In solchen Fällen sollen hier auch kurzfristig Menschen Schutz, Wasser und Informationen finden, wie der Bürgermeister erklärte. Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Kreuzrot sieht er als „notwendige Antwort“ auf soziale wie auch emergenzielle Herausforderungen.
Wie die Lokalzeitung Axarquía Plus berichtet, ist das Angebot Teil eines größeren Netzwerks, das in der Region zunehmend auf solche kombinierten Lösungen setzt – mit dem Ziel, Wohnungslosigkeit nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu überwinden.
Quelle: axarquiaplus.es