
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Neues Forschungsschiff startet zur Antarktis
Erste Mission des Flaggschiffs
Der spanische Forschungsschiff-Neubau „Odón de Buen“ hat den Hafen von Cádiz in Richtung Antarktis verlassen. Es ist die erste Südpolar-Expedition des Schiffs, das zur Flotte des Spanischen Ozeanografischen Instituts (IEO-CSIC) gehört. Der Ablegemanöver fand am Mittwoch statt, nachdem das Schiff im Jahr 2025 alle technischen Erprobungen erfolgreich absolviert hatte.
Eva Ortega, Staatssekretärin für Forschung im Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Hochschulen, besichtigte das Schiff vor dem Auslaufen im Hafen. Madrid betont in einer Stellungnahme die zentrale Bedeutung der Polarforschung: Sie liefere grundlegende Erkenntnisse zu globalen Prozessen wie Klimawandel, Ozeandynamik, Eisbewegungen und Veränderungen in Ökosystemen.
40. Jubiläumskampagne
Die aktuelle Mission ist die 40. spanische Antarktis-Kampagne. Sie führt die wissenschaftliche Präsenz Spaniens am Südpol fort und erweitert das Forschungsprogramm. Erstmals übernimmt die „Odón de Buen“ dabei die Eröffnung der spanischen Polarstationen. Zudem koordiniert sie den Personaltransfer und übernimmt logistische Unterstützung für diverse Projekte.
Laut Ministerium sind an der Kampagne über 350 Personen beteiligt. Darunter befinden sich rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, 50 Spezialtechniker sowie etwa 100 Besatzungsmitglieder. Das Einsatzspektrum umfasst circa 30 Forschungs- und Kommunikationsprojekte. Diese werden teils von der Staatlichen Forschungsagentur (AEI) finanziert oder in Kooperation mit internationalen Antarktisprogrammen durchgeführt.
Die Expedition fällt zeitlich mit dem 40. Jahrestag der ersten spanischen Südpolar-Expedition des CSIC zusammen. Am 27. Dezember 1986 wurde das erste permanente Lager auf der Livingston-Insel errichtet. Staatssekretärin Ortega würdigte den Einsatz aller Beteiligten: „Spanien leistet weiterhin einen Beitrag zum Verständnis eines Territoriums, das für die Zukunft unseres Planeten entscheidend ist.“
Technische Dimensionen
Mit einer Länge von 84,3 Metern und einer Breite von 17,8 Metern ist die „Odón de Buen“ das größte ozeanografische Forschungsschiff Spaniens. Es ist für den Einsatz in allen Weltmeeren konstruiert, einschließlich der Polarregionen. Die Ausrüstung ermöglicht Arbeiten in Meerestiefen von über 6.000 Metern – etwa für Tiefseefischerei unter 1.500 Metern oder hochauflösende bathymetrische Vermessungen des Meeresbodens. Das Schiff kann zudem zwei ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge (ROV/AUV) gleichzeitig positionieren und steuern.
An Bord finden 58 Personen Platz: 39 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie 19 Besatzungsmitglieder. Rund 1.000 Quadratmeter sind für Labore und spezialisierte wissenschaftliche Arbeitsbereiche reserviert. Die Baukosten in Höhe von 85 Millionen Euro trug das Wissenschaftsministerium, unterstützt durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, gilt das Schiff als einer der fortschrittlichsten Forschungsneubauten weltweit und als Referenz für den Einsatz sauberer Energien.
Quelle: europapress.es