
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Nach der Flut: Komplettinbetriebnahme von Valencia Süd und offene Fragen
Betriebswerk Valencia Süd nach 18 Monaten vollständig reaktiviert
Der für Infrastruktur zuständige Vizepräsident der valencianischen Regionalregierung, Vicente Martínez Mus, hat die vollständige Inbetriebnahme des Betriebskomplexes Valencia Süd der Ferrocarrils de la Generalitat Valenciana (FGV) angekündigt. Die Anlage war bei der verheerenden Überschwemmung ("Dana") am 29. Oktober 2023 schwer beschädigt worden. Die Wiederherstellung markiert nach Angaben der Regierung einen zentralen Meilenstein im Wiederaufbauprozess.
Verteidigung des Krisenmanhandlings vor Untersuchungsausschuss
Die Ankündigung erfolgte während einer zehnstündigen Befragung Martínez Mus' vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Überschwemmungen in den Les Corts. Der Minister verwies laut Protokoll auf die schwierigen Rahmenbedingungen in der Nacht der Katastrophe. Er habe sich nach ersten Meldungen über Zwischenfälle im FGV-Netz selbst zum Betriebswerk begeben wollen, sei aber aufgrund der Wetterlage nicht durchgekommen. Stattdessen habe er die Nacht in seinem Büro verbracht, um die eingehenden Informationen zu koordinieren.
Sein Handeln an dem Tag begründete er mit zwei Faktoren: den verfügbaren Informationen und den geltenden Protokollen. Er wies Kritik, die Behörden hätte vorsorglich den Alarmzustand ausrufen müssen, zurück. "Außerordentliche Maßnahmen werden bei außerordentlichen Warnungen ergriffen. Wir können nicht in einem permanenten Alarmzustand leben", so Martínez Mus laut dem Sitzungsprotokoll. Er warf den Oppositionsparteien PSPV und Compromís vor, sich von Beginn an auf Fehlersuche konzentriert zu haben, statt Lösungen zu unterstützen.
Kritik an Bund und ungeklärte Verantwortlichkeiten
Gleichzeitig richtete der Minister scharfe Kritik an die Zentralregierung und die Confederación Hidrográfica del Júcar (CHJ), die für die Wasserbewirtschaftung zuständig ist. Er bemängelte einen "beschämend niedrigen" Umsetzungsgrad der Hochwasserrisikomanagement-Pläne des Bundes. Besonders betonte er, bis heute nicht zu wissen, welche Maßnahmen die Umweltagenten der CHJ, die sogenannte "Wasserpolizei", in der kritischen Phase der "Dana" ergriffen hätten. "Das ist eine Frage, die mich sehr interessiert und die weiterhin unbeantwortet bleibt", sagte er vor dem Ausschuss.
Drei-Säulen-Plan und bilanzierte Aufbauleistung
Der Wiederaufbau folgte laut der Regierungsbilanz drei Zielen: der unmittelbaren Schadensbehebung, langfristigen Wiederherstellungsmaßnahmen und der Einforderung notwendiger Infrastrukturprojekte von übergeordneten Behörden. Als finanzielles Volumen für die von der Regionalregierung mobilisierten Mittel gab Martínez Mus 3,1 Milliarden Euro an. "Und wir haben das allein geschafft, ohne Hilfe von außen", behauptete er.
Zur Koordination der Maßnahmen wurde eigens ein Beauftragter für den Wiederaufbau, Raúl Mérida, eingesetzt. Dieser überwacht den Fortschritt des Aktionsplans "Endavant", der 343 Einzelmaßnahmen umfasst. Nach Regierungsangaben sind davon mehr als 65 Prozent (223 Maßnahmen) bereits begonnen oder abgeschlossen. Das Ziel sei, alle Projekte bis zum 30. Juni 2026 mindestens angestoßen zu haben.
Zukunftsvision: Überflutbare Parks und offene Forderungen
Als zentrale Präventionsmaßnahme für die Zukunft hob der Minister das Projekt überflutbarer Parkanlagen hervor, das auch auf Alicante und Castellón ausgeweitet werden soll. Eine der ersten Prioritätszonen sei der Sektor 8, der die Gemeinden Alfafar, Benetússer, Sedaví, Paiporta und den Stadtteil La Torre umfasst. Diese "Paradigmenwechsel"-Strategie solle dem Territorium mehr Resilienz verleihen.
Abschließend betonte Martínez Mus die Notwendigkeit, weiterhin den Druck auf die CHJ und die Madrider Zentralregierung aufrechtzuerhalten, um ausstehende Schutzbauwerke zu realisieren. "Es nützt nichts, Mittel für den Wiederaufbau bereitzustellen, wenn die präventiven Werke nicht ausgeführt werden", so sein Resümee. Anderthalb Jahre nach der Katastrophe sehe er hier "keinerlei Fortschritt".
Quelle: Europa Press, Sitzungsprotokoll des Untersuchungsausschusses der Les Corts (Valencianisches Parlament) vom 28. April 2025.