Monatelange Streiks drohen bei Valencias Nahverkehr

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Valencia

Monatelange Streiks drohen bei Valencias Nahverkehr

von Clara Weber

Tarifkonflikt eskalert: Streikplan bis Oktober

Ab nächster Woche wird der Nahverkehr in der Autonomen Gemeinschaft Valencia von umfangreichen Arbeitsniederlegungen getroffen. Der Unabhängige Eisenbahnergewerkschaft (SIF) hat für die staatlichen Verkehrsbetriebe Ferrocarrils de la Generalitat Valenciana (FGV) einen Streik ausgerufen, der die U-Bahn Metrovalencia und die Straßenbahn TRAM d’Alacant betrifft. Der Grund: Nach Angaben der Gewerkschaft, über die unter anderem Europa Press berichtet, zeigt die Unternehmensleitung in den Verhandlungen zum neuen Tarifvertrag (XIV Convenio Colectivo) keine Einigungsbereitschaft.

Die Unzufriedenheit geht jedoch tiefer. SIF wirft der FGV-Führung vor, bestehende Abkommen zu Dienstplänen und Personalstärken zu brechen. Zudem kritisiert sie die Auslagerung von Wartungsarbeiten, Probleme bei der Regelaltersrente mit Nachfolgeverträgen und die aktuelle Disziplinarpolitik. Konkret fordert die Gewerkschaft die Rücknahme von Sanktionen gegen Mitarbeiter, die im Zusammenhang mit dem derzeitigen Arbeitskampf verhängt wurden.

Streikkalender: Von San Juan bis in den Herbst

Der Protest ist langfristig angelegt und folgt einem detaillierten Zeitplan, der bis in den Oktober reicht. Insgesamt sind etwa 1.800 Beschäftigte in den Provinzen Valencia und Alicante aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.

Die ersten Auswirkungen werden schon Ende Juni spürbar sein – und das ausgerechnet zu den Feiertagen um San Juan (24. Juni). An fünf Tagen zwischen dem 22. und 30. Juni sind teilweise ganztägige, teilweise stundenweise Streiks in den Stoßzeiten am Morgen, Mittag und Abend geplant.

Im Juli sollen die Arbeitsniederlegungen dann an jedem Montag und Freitag des Monats stattfinden, im August jeweils mittwochs. Im September wird der Protest nochmals intensiviert: An 13 Tagen, vorwiegend montags, mittwochs und freitags, soll gestreikt werden, darunter auch an zwei kompletten Streiktagen am 1. und 7. September. Das letzte geplante Ausstand-Datum ist der 2. Oktober.

Regierung sieht Verhandlungen nicht gescheitert

Die Regionalregierung, der die FGV untersteht, zeigt sich in der Sache deutlich gelassener. In einer Stellungnahme betont die Generalitat, dass die Verhandlungen zum neuen Tarifvertrag mit allen Gewerkschaften weiterhin offen seien. Man verhandle mit großen Gewerkschaften wie UGT und CCOO, die 20 der 36 Arbeitnehmervertreter stellen, sowie mit kleineren Verbänden.

Laut Regierung seien 70 Prozent der Belegschaft mit den Fortschritten in den Gesprächen einverstanden und würden weiterverhandeln. Der streikende SIF stellt demnach 8 der 36 Vertreter. “Der Dienst ist trotz Streik immer gewährleistet, auch wenn die Frequenzen sinken”, heißt es aus dem Consell. Bei früheren Streiks seien 75 bis 80 Prozent des geplanten Angebots gefahren worden.

Hintergrund: Personal- und Investitionspläne

Die Generalitat verweist zudem auf laufende Maßnahmen zur Verbesserung der Situation. So sei eine öffentliche Stellenausschreibung für 172 neue Positionen in Vorbereitung. Zudem solle der Investitionsplan für 2026-2030 den Service verbessern, unter anderem durch neue Fahrzeuge, die dieses Jahr im TRAM-Netz von Alicante und später in der Metro Valencia zum Einsatz kommen sollen.

Speziell für die Nächte der San-Juan-Feierlichkeiten sichert die FGV trotz des angekündigten Streiks einen außerplanmäßigen Nachtverkehr zu. Für die vielen Pendler und Festbesucher bleibt es jedoch eine ungewisse Situation: Der Nahverkehr in der drittgrößten Metropolregion Spaniens steht vor Monaten der Ungewissheit.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Valencia & Alicante & Valencia