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Mittelmeer erreicht ungewöhnliche 26,6 Grad
Die spanische Wetterbehörde AEMET meldet für das Mittelmeer einen Temperaturrekord, der selbst saisonale Maßstäbe verschiebt. Wie die Behörde am Dienstag über ihren Kurznachrichtendienst mitteilte, erreichte die Wassertemperatur Ende Juni 26,63 Grad Celsius – ein Wert, der 2,6 Grad über dem langjährigen Mittel für diesen Zeitraum liegt. Die Meteorologen sprachen von "beispiellosen Werten für diese Jahreszeit". Bemerkenswert ist, dass die gemessene Temperatur sogar den durchschnittlichen Höchstwert der zweiten Augusthälfte übertrifft, jener Phase, in der das Meer traditionell am wärmsten ist.
Globale Ozeane erwärmen sich ebenfalls
Die Entwicklung im Mittelmeer fügt sich in ein größeres Muster ein. Anfang Juli warnten sowohl der Copernicus-Klimawandeldienst als auch der Meeresüberwachungsdienst, dass die globalen Oberflächentemperaturen der Meere neue Rekorde für diese Jahreszeit erreicht hätten. Der Klimawandeldienst registrierte am 21. Juni eine globale Durchschnittstemperatur von 20,86 Grad Celsius, leicht über den Werten von 20,83 Grad aus den Jahren 2023 und 2024. Der Meeresüberwachungsdienst meldete für denselben Tag 21 Grad und damit einen Anstieg von 0,1 Grad gegenüber den bisherigen Höchstständen.
Zusammenhang mit Klimaphänomenen
Copernicus bewertet die Rekordwerte als "signifikant", ordnet sie jedoch in einen größeren Kontext ein. Der Dienst verwies darauf, dass die Temperaturspitzen mit dem Einsetzen des El-Niño-Phänomens und den Rekordtemperaturen im Nordpazifik der vergangenen Monate übereinstimmten. Offen bleibe, ob diese Überhitzung temporär sei oder die Bedingungen für die kommenden Monate präge.
Keine automatische Folge von Starkregen
Entgegen einer verbreiteten Annahme führt ein ungewöhnlich warmes Meer nicht zwangsläufig zu Unwettern mit Starkregen. Ein Bericht der AEMET stellt klar, dass solche Niederschläge in den Mittelmeerregionen im Herbst vor allem von atmosphärischen Faktoren abhängen – konkret vom Eintreffen einer sogenannten "Kaltlufttropfen"-Wetterlage über der Südhalbinsel. Ohne diese Konstellation blieben die Regenfälle aus. Als Beleg führen die Meteorologen das Jahr 2017 an. Damals erreichte das Mittelmeer Anfang August fast 30 Grad – der folgende Herbst war in der Region Valencia jedoch extrem trocken. Dieses Muster wiederhole sich häufig, so die Behörde. Zwar könne ein wärmeres Meer der Atmosphäre mehr Wasserdampf zuführen, was theoretisch die Intensität von Niederschlägen verstärken könnte. Entscheidend blieben jedoch die atmosphärischen Rahmenbedingungen.
Quelle: 20minutos.es