
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Mehr Verstöße, höhere Strafen
Die katalanische Arbeitsaufsicht (Inspecció de Treball de Catalunya, ITC) hat ihre Bilanz für das Jahr 2025 vorgelegt. Die Zahlen zeigen eine besorgniserregende Entwicklung: Die Inspektoren registrierten 14.447 Verstöße gegen Arbeitsrecht. Das sind 8,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Summe der verhängten Geldbußen stieg ebenfalls deutlich um 8,2 Prozent auf insgesamt 53,5 Millionen Euro.
Hauptursache für tödliche Unfälle
Besonders schwer wiegen die Erkenntnisse zu Arbeitsunfällen mit Todesfolge. Die Direktorin der Arbeitsaufsicht, Laura Freixas, teilte bei der Vorstellung des Berichts mit, dass im vergangenen Jahr 54 solcher Unglücke untersucht wurden. In fast allen Fällen – genau in 90 Prozent – stellten die Ermittler ein gravierendes Defizit bei den Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen der betroffenen Unternehmen fest. Dies unterstreiche, dass die meisten dieser Tragödien vermeidbar gewesen wären, so die implizite Schlussfolgerung.
Mehr Kontrollen, mehr Zusammenarbeit
Die Aktivitäten der Aufsichtsbehörde stiegen insgesamt leicht an. Es wurden über 32.500 Verfahren abgeschlossen und mehr als 16.000 Betriebsbesuche durchgeführt, schwerpunktmäßig in der verarbeitenden Industrie und im Handel. Ein bedeutender Teil der Ermittlungen (62 Prozent) ging auf externe Hinweise zurück. Die Anzahl der Beschwerden von Arbeitnehmern stieg um 13,8 Prozent auf 12.287 und betraf vor allem Themen wie Lohnzahlungen, Arbeitssicherheit und Arbeitserlaubnisse.
Effizienter wurde die Arbeit durch eine verstärkte Kooperation mit der Polizei, wie Freixas berichtete. Gemeinsame Kontrollen in Betrieben nahmen deutlich zu und führten zu über 1.400 sanktionierten Verstößen – ein Plus von 26 Prozent. "Diese Zusammenarbeit hat sich als sehr wirksam und effizient erwiesen", erklärte die Behördenleiterin.
Neue Schwerpunkte für 2026
Für das laufende Jahr hat sich die Inspección de Treball neue Prioritäten gesetzt. Das erklärte oberste Ziel bleibe die Reduzierung von Arbeitsunfällen, besonders in Branchen mit hoher Mortalitätsrate. Zusätzlich rücken psychosoziale und ergonomische Risiken für die Gesundheit der Beschäftigten stärker in den Fokus.
Der Staatssekretär für Arbeit, Paco Ramos, nannte gegenüber Journalisten drei weitere Schlüsselbereiche, die 2026 intensiver überwacht werden sollen: der Umgang mit extremen Hitzewellen und deren Auswirkungen auf Arbeitnehmer, die Rechtmäßigkeit von Kündigungen nach der Probezeit sowie die Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auf Arbeitsbedingungen. Zudem soll die Einhaltung der Gleichstellungs- und Anti-Diskriminierungsvorschriften verstärkt kontrolliert werden.