
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Llorcas Führungsverweigerung schadet der Bildung
Die Stunde der Wahrheit – und ein unsichtbarer Präsident
Die Bilder der vergangenen Woche waren eindeutig: Eine „historische“ grüne Welle aus Lehrkräften, Eltern und Schülerinnen füllte die Straßen Valencias. Ihr Protest galt einem System am Limit – überfüllte Klassen, unterbesetzte Kollegien, veraltete Gebäude und ein ins Stocken geratener Schulbauplan. Während diese Masse für die Zukunft ihrer Kinder auf die Straße ging, fehlte an einer zentralen Stelle jede Präsenz: im Amt des Präsidenten der Generalitat. Diana Morant, Generalsekretärin der PSPV-PSOE und Ministerin, stellt die berechtigte Frage: Wo, zum Teufel, bleibt Juanfran Pérez Llorca?
Am Montag soll die nächste Verhandlungsrunde zwischen Bildungsgewerkschaften und der Conselleria de Educación stattfinden. Ein erster Termin am Donnerstag platzte bereits. Morant fordert nun mit schneidender Schärfe, dass Llorca nicht nur anwesend ist, sondern endlich Verantwortung übernimmt. „Er muss diese Krise führen“, so ihr ultimativer Appell. Ihre Warnung ist mehr als ein politischer Schlagabtausch; sie ist eine Diagnose des politischen Stillstands: „Wir können nicht wieder einen abwesenden Präsidenten der Generalitat haben.“
Ein gefährliches Erbe der Absenz
Die Anspielung ist klar und trifft ins Mark. Morant erinnert an die Amtszeit von Carlos Mazón, der während der verheerenden Unwetterkatastrophe (DANA) im Oktober 2024 in der Kritik stand, sich wegzuducken. Dieses Muster scheint sich fortzusetzen. Die Regierung erntet den Sturm, den sie selbst gesät hat: Ein paralysiertes „Pla Edificant“, chronische Unterfinanzierung und ein krachendes Vertrauen der Lehrerschaft. Nun, da die Konsequenzen in Form eines unbefristeten Streiks auf der Straße sichtbar werden, versteckt sich der Kapitän unter Deck.
Die Argumentation der Opposition ist hier unwiderlegbar logisch: Wenn eine Ministerin der Zentralregierung sich mit den Gewerkschaften an einen Tisch setzen kann, wie kann es dann sein, dass der höchste Repräsentant der autonomen Gemeinschaft, in deren unmittelbarer Zuständigkeit die Bildung liegt, dies nicht tut? Es ist eine rhetorische Frage, die nur eine Antwort zulässt: politische Feigheit oder schieres Desinteresse.
Mehr als nur Symbolik: Es geht um Substanz
Doch Morant geht es nicht um bloße Symbolpolitik. Ihre Forderung nach Anwesenheit ist untrennbar mit einer Forderung nach Inhalt verbunden. Sie verlangt von Llorca, mit einer „vernünftigen und anständigen Vorschlagslage“ in die Verhandlung zu gehen, „die der Größe der Forderungen gerecht wird“. Und diese Forderungen sind konkret: Senkung der Schülerzahlen pro Klasse, Aufstockung des Personals, Verbesserung der Gehälter und Sanierung der Infrastruktur.
Hier offenbart sich der Kern des Konflikts. Die Regierung Llorca steht vor der Aufgabe, die von ihr mitverantworteten strukturellen Probleme nun auch zu lösen. Ein bloßes Erscheinen am Montag ohne substantielles Angebot wäre ein weiterer Hohn gegenüber einer Berufsgruppe, die am Limit arbeitet. Wie die sozialistische Generalsekretärin zurecht betont: „Was auf dem Spiel steht, ist die Bildung unserer Kinder.“ Diese Formel ist kein politisches Kampfwort, sondern eine schlichte Tatsache.
Die Verantwortung kann nicht delegiert werden
Die Strategie des „Sich-Versteckens“ hat in der valencianischen Bildungspolitik ausgedient. Die gewaltigen Protestzahlen, auf die sich auch Gewerkschaftsquellen berufen und die von der Delegación del Gobierno mit über 35.000 Menschen beziffert wurden, sind ein unübersehbares Signal. Die Krise ist nicht mehr nur administrativ, sie ist sozial und politisch.
Llorca steht am Montag vor einer Bewährungsprobe. Er kann sich entweder hinter seinen Fachministern verschanzen und damit das Narrativ des abwesenden, verantwortungsscheuen Präsidenten zementieren. Oder er ergreift die Initiative, führt selbst das Gespräch und bringt einen ernsthaften Lösungsvorschlag auf den Tisch. Letzteres wäre nicht nur kluge Politik, sondern schlicht die Erfüllung seines Amtsauftrags. Die Zeit des Versteckens ist vorbei. Die Straße und die leeren Klassenzimmer dulden keine weiteren Ausreden.
Quellen: Berichte über die Proteste in Valencia und die Aussagen von Diana Morant basieren auf Meldungen der Nachrichtenagentur Europa Press vom 16. Mai 2025.
Quelle: europapress.es