Letztes Angebot im Bildungsstreit stellt Gewerkschaften vor Zeitdruck

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Valencia

Letztes Angebot im Bildungsstreit stellt Gewerkschaften vor Zeitdruck

von Jonas Beck

Ultimatum in der zehnten Verhandlungshochphase

Nach einer nächtlichen Marathonsitzung von etwa zehn Stunden hat die valencianische Bildungsverwaltung den streikenden Lehrergewerkschaften am Dienstagmittag eine überarbeitete, als "definitiv" deklarierte Offerte vorgelegt. Das teilte die Conselleria de Educación mit. Die Gewerkschaften müssen nun bis Mittwoch, 17:00 Uhr, darüber befinden, ob sie das Angebot annehmen.

Laut Angaben der Bildungsministerin Carmen Ortí beinhaltet der Vorschlag unter anderem eine schrittweise Erhöhung der autonomen Zulage um 200 Euro brutos monatlich bis zum Jahr 2028. Sie bezeichnete das Paket gegenüber der Presse als "die ambitionierteste Angebot der Geschichte" und betonte, die Regierung habe "ihren Teil erfüllt".

Gewerkschaften kritisieren unmöglichen Zeitplan und unzureichende Inhalte

Die Reaktionen der größeren Lehrergewerkschaften fielen durchweg skeptisch bis ablehnend aus. Der Hauptkritikpunkt ist der gesetzte Zeitrahmen. Marc Candela, Koordinator für gewerkschaftliche Aktion bei der Mehrheitsgewerkschaft STEPV, erklärte, eine seriöse Befragung von rund 70.000 Lehrkräften bis zur gestellten Frist sei "unmöglich". Er warf der Verwaltung vor, mit dem Ultimatum unnötigen Druck aufzubauen, nachdem sie zuvor Verhandlungen verzögert habe.

Inhaltlich zeigten sich die Gewerkschaften unbeeindruckt. Während STEPV von einem "bitter-süßen" Geschmack sprach und einige Fortschritte bei Personalschlüsseln und Bedingungen in Krippen anerkannte, monierten andere deutliche Lücken. Die Vertreterin von CCOO PV, Xelo Valls, sprach von "mehr Schatten als Licht" und verwies auf das Fehlen einer Inflationsausgleichsklausel sowie unkonkrete Formulierungen. Die UGT-Vertreterin Maite Tarazona nannte das Dokument "völlig unzureichend" und betonte, man sei "noch sehr weit" voneinander entfernt. Auch ANPE kritisierte widersprüchliche Darstellungen seitens der Verwaltung.

Unklarer Ausgang bei fortbestehendem Streik

Angesichts der ablehnenden Haltung bleibt die bereits ausgerufene unbefristete Streikaktion im nicht-universitären öffentlichen Bildungswesen der Region Valencia zunächst in Kraft. STEPV kündigte eine Sitzung des Streikkomitees an, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Bildungsministerin Ortí appellierte unterdessen an alle Beteiligten, Prozesse zu beschleunigen, um Lösungen für die Schülerinnen und Schüler zu finden, die bereits viele Unterrichtstage verloren hätten. Auf die Frage, was geschehe, wenn eine Gewerkschaft die Deadline nicht einhalten könne, antwortete sie ausweichend: "Das werden wir dann sehen."

Die Gewerkschaft CSIF kündigte an, mit "gemachten Hausaufgaben" in die Mittwochssitzung zu gehen. Ob es bis dahin zu einer Einigung kommt oder der Konflikt weiter eskaliert, bleibt ungewiss. Die Verwaltung hat ihr finales Angebot auf den Tisch gelegt, die Gewerkschaften sehen darin bestenfalls eine neue Grundlage für weitere Verhandlungen.

Quelle: Angaben der Conselleria de Educación und Statements der Gewerkschaften STEPV, CCOO PV, UGT, ANPE und CSIF vom 19. Mai 2025.


Quelle: europapress.es