Katalanisch-Debakel bei IB3: Kritik an Sprachniveau-Senkung

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Balearische Inseln

Katalanisch-Debakel bei IB3: Kritik an Sprachniveau-Senkung

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Angriff auf die sprachliche Identität

Die balearische Politik- und Sprachlandschaft steht Kopf: Die links-ökologische Formation MÉS per Mallorca erhebt schwere Vorwürfe gegen die Führung des öffentlich-rechtlichen Senders IB3. Kern des Streits ist eine jüngst veröffentlichte Stellenausschreibung, die für angehende Redakteure nur noch das Sprachniveau B2 im Katalanischen verlangt – ein deutlicher Rückschritt gegenüber der Anforderung C1 aus dem Jahr 2023. Für die Partei ist dies ein unverzeihlicher Tabubruch, handelt es sich bei IB3 doch um das Flaggschiff der katalanischen Sprachkultur auf den Inseln.

Doppelte Standards: Was beim Spanischen undenkbar wäre

Lluís Apesteguia, Sprecher der Formation, geizt nicht mit deutlicher Kritik. Er prangert eine „doppelte Messlatte" an: „Niemand würde akzeptieren, dass ein spanischsprachiger Fernsehsender Redakteure einstellt, die die Sprache nicht vollständig beherrschen – mit Rechtschreibfehlern, eingeschränktem Vokabular oder Aussprachemängeln. Das wäre undenkbar." Die Schlussfolgerung des Politikers ist logisch und provokant zugleich: Ein Journalist arbeite nun einmal primär mit Sprache als Werkzeug. Sprachliche Exzellenz sei weder ein Privileg noch eine Hürde, sondern schlicht Professionalität. Diese Argumentation stellt die Senderverantwortlichen vor ein Dilemma, das sie kaum überzeugend kontern können.

Ein Symptom eines größeren Problems

Apesteguia sieht den Schritt nicht als Einzelfall, sondern reiht ihn in eine Kette von Fehlentwicklungen unter der Ägide von IB3-Direktor Josep Codony ein. Die Vorwürfe wiegen schwer: „IB3 verliert Qualität, Unabhängigkeit und Zuschauer." Er spricht von Einflussnahmen auf die Nachrichtenredaktion, einer öffentlich an den Pranger gestellten Journalistin und nun dieser „offensichtlichen Geringschätzung des Katalanischen". Die Diagnose der Partei ist vernichtend: Einst Sender für alle, sei IB3 zur „Fernsehanstalt der Regierung" verkommen. Diese Entwicklung steht in krassem Widerspruch zum gesetzlichen Auftrag.

Der Gesetzesauftrag als letzte Verteidigungslinie

Die balearischen Gesetze zur sprachlichen Normalisierung und zur Gründung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks weisen IB3 eine zentrale Rolle bei der Förderung des Katalanischen zu. Für MÉS per Mallorca ist die Sprache denn auch kein „bürokratisches Beiwerk, das man nach Belieben reduzieren kann", sondern die Daseinsberechtigung des Senders. Die Forderung ist klar: Die Ausschreibung muss zurückgezogen und korrigiert werden. Die Partei kündigt bereits an, die Angelegenheit sowohl ins Regionalparlament als auch in den Verwaltungsrat des Senders zu tragen. Die rhetorische Schlussfrage der Öko-Souveränisten bleibt im Raum stehen: „Wenn der öffentliche Rundfunk kein Beispiel gibt, wer dann?"

Laut Informationen von Europa Press hat die Debatte bereits erste politische Wellen geschlagen und dürfte die kommenden Wochen im Inselparlament prägen.


Quelle: europapress.es

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