
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Residenzen-Transfer erst mit voller Finanzierung
Streit um Zuständigkeiten für Seniorenheime auf Ibiza
Die Überführung der öffentlichen Seniorenresidenzen in die Verantwortung des Inselrats von Ibiza bleibt vorerst ausgesetzt. Dies teilte die balearische Regionalministerin für Familien, Soziales und Pflegeabhängigkeit, Sandra Fernández, nun im Parlament mit. Der Zeitpunkt für den Schritt sei erst gekommen, wenn alle notwendigen Mittel bereitstünden, um den Betrieb und die Betreuung der Bewohner uneingeschränkt sicherzustellen.
Sozialist wirft Regierung Taktiererei vor
Hintergrund der Debatte ist eine Anfrage des sozialistischen Abgeordneten Álex Pitaluga, der die Regierung zur Umsetzung des bereits länger versprochenen Transfers aufforderte. Er bezweifelte den Willen der Landesregierung, die Angelegenheit tatsächlich voranzutreiben. Die Ankündigungen wirkten wie eine „Schaustellung“, so Pitaluga. Er forderte Klarheit darüber, ob der Inselratspräsident Vicent Marí die neuen Aufgaben überhaupt übernehmen möchte – andernfalls solle er dies offen erklären.
Vorwürfe wegen Altlasten und Unterfinanzierung
Die Ministerin wies die Kritik zurück und verwies auf Versäumnisse der sozialistischen Vorgängerregierung. Unter deren Ägide seien Einrichtungen ohne gesicherte Finanzierung eröffnet worden. Zudem seien Beitragsschulden bei der Sozialversicherung in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro aufgelaufen. Ein früherer Plan, die drei Häuser der Insel mit nur neun Millionen Euro auszustatten, sei eine „absolute Täuschung“ der Bevölkerung gewesen – ohne jede Gewähr für eine ordentliche Führung.
Grundsatzdebatte über Verantwortung
Fernández betonte, die Entscheidung sei keine Frage der Zuständigkeit, sondern der Qualität der Führung. Man wolle keine Verschlechterung des Dienstes riskieren. Als die Regionalregierung ihre Pläne darlegte, verwies sie auf die laufenden Gespräche mit dem Inselrat. Wie die Tagesordnung der Sitzung vom 3. November zeigte, stand das Thema erneut auf der Agenda des balearischen Parlaments. Auch der frühere Termin im November des Vorjahres war bereits von Kontroversen um die Finanzausstattung begleitet, wie Aufzeichnungen der Nachrichtenagentur Europa Press belegen.
Suche nach belastbarem Konsens
Der Konflikt verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen der Inselregierung und der Zentralverwaltung in Palma. Beide Seiten betonen zwar grundsätzlich den gemeinsamen Kurs, die Pflegeinfrastruktur zu stärken. Die konkreten Modalitäten des Transfers bleiben jedoch umstritten, insbesondere die Höhe der dauerhaften Zuweisungen. Während die Ministerin auf künftige Garantien pocht, drängt die Opposition auf einen festen Fahrplan. Eine Einigung zeichnet sich bislang nicht ab. Landesweit wird die Debatte als Testfall für die Verteilung von Kompetenzen und Mitteln zwischen den Inselverwaltungen beobachtet.
Quelle: Eigene Recherche auf Grundlage der Plenarsitzung vom 3. November 2025 sowie Informationen der Nachrichtenagentur Europa Press.
Quelle: europapress.es