
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Prohens fordert längere Saison auf Menorca und Ibiza
Luftverkehr als Schlüssel zur Saisonverlängerung
Die Präsidentin der Balearen-Regierung, Marga Prohens, hat auf der Tourismussmesse World Travel Market in London vorgeschlagen, die Flugverbindungen nach Menorca und Ibiza auszuweiten. Die aktuelle Anbindung bezeichnete sie als stark saisonabhängig und nannte sie ein zentrales Hindernis für eine Verlängerung der Tourismussaison. Auf Mallorca sei eine Ausweitung auf die Neben- und Zwischensaison bereits Realität.
Prohens berief sich dabei auf Forderungen aus der Tourismusbranche und von den Inselräten. Eine längere Saison bedeute mehr Beschäftigungsmonate, mehr Arbeitnehmerstabilität und mehr Planungssicherheit für kleine Unternehmen. Sie betonte, das Ziel sei nicht Wachstum in der Hochsaison, sondern eine bessere Verteilung der Besucherströme über das Jahr.
Gespräche mit TUI geplant
Nach eigener Aussage hat Prohens bislang nicht mit Fluggesellschaften über konkrete Ausbaupläne gesprochen. Bei einem Treffen mit Vertretern des Reisekonzerns TUI habe man sich jedoch darauf verständigt, weitere Gespräche zu führen. Der Konzern habe zugesagt, sich mit der Strategie der Regionalregierung zu befassen und nach Wegen zu suchen, diese zu unterstützen.
Widerspruch zu Aena-Plänen
Die Regierungschefin stellte klar, dass die Bemühungen um mehr Anbindung nicht im Widerspruch zu ihrer Kritik an den Ausbauplänen des Flughafenbetreibers Aena stünden. Der staatliche Konzern plane weiterhin, das Passagieraufkommen auf den Balearen auf 50 Millionen zu steigern. Dies lehne sie ab, so Prohens. Man sei sich einig, dass Erfolg nicht an jährlichen Besucherrekorden gemessen werden dürfe.
Längere Aufenthalte als Gegenmittel
Als weiteren wichtigen Baustein nannte Prohens die Verlängerung der Aufenthaltsdauer. Früher seien Urlaube auf den Inseln häufiger eine Woche lang gewesen, heute sei der Trend zu kürzeren Reisen zu beobachten. Die bloße Zahl der Ankünfte sei daher irreführend und spiegele die tatsächliche Belastung nicht wider.
Die öffentliche Hand allein könne dieses Ziel nicht erreichen. Es brauche eine enge Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft. Nötig seien Anreize für längere Aufenthalte sowie ein Angebot an Kultur-, Sport- und Erlebnisangeboten, das Besucher dazu bewege, länger zu bleiben.
Preisdebatte und Klima als Faktoren
Auf die Frage, ob hohe Preise oder extreme Temperaturen der Strategie entgegenstünden, reagierte Prohens ablehnend. Ein Rückfall in eine reine Preiswettbewerbslogik wäre aus ihrer Sicht ein Fehler. Die Klimaveränderungen seien in ganz Europa spürbar und ließen sich nicht als Ursache für einen Rückgang der Besucherzahlen anführen.
Die Diskussion über die Saisonverlängerung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem auf den Balearen bereits über Kapazitätsgrenzen und die Folgen des Massentourismus debattiert wird, wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet.
Quelle: europapress.es