Kampf um die Kontrolle von Sumar nach Rücktrittswelle und Belästigungsvorwürfen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Valencia

Kampf um die Kontrolle von Sumar nach Rücktrittswelle und Belästigungsvorwürfen

von Jonas Beck

Eskalierende interne Konflikte gefährden die Einheit von Movimiento Sumar

Die politische Formation Movimiento Sumar, einst unter der Führung von Yolanda Díaz gegründet, erlebt den tiefgreifendsten Konflikt ihrer dreijährigen Geschichte. Auslöser der aktuellen Eskalation ist der Rücktritt von Laura Moreno von ihrem Posten als Organisationssekretärin, nur wenige Wochen vor einer geplanten Generalversammlung der Partei. Dieser Schritt offenbart tiefe Risse innerhalb der Führungsebene.

In einem Schreiben an das Koordinierungsgremium der Partei, das der Redaktion vorliegt, begründet Moreno ihren Austritt mit einer erheblichen Verschlechterung ihrer psychischen Gesundheit. Als Ursache führt sie ein „Isolierung“ von den Strukturen des Movimiento Sumar an und macht die allgemeine Koordinatorin, Lara Hernández, direkt dafür verantwortlich. Darüber hinaus behauptet Moreno, gegen Hernández laufe aufgrund einer Petition von sechs hochrangigen Funktionären eine interne Untersuchung wegen des Vorwurfs der arbeitsplatzbezogenen Belästigung (Mobbing).

Vorwürfe des Wahlbetrugs und eine Serie von Rücktritten

Die Anschuldigungen gegen Lara Hernández gehen über den Belästigungsvorwurf hinaus. Laura Moreno wirft der Koordinatorin in derselben Mitteilung auch „Betrug“ bei der Gründung von Movimiento Sumar in der Region Valencia vor. Ziel dieses angeblichen Manövers sei gewesen, eine der nationalen Führung ergebene Delegation zu etablieren, wie aus dem Dokument hervorgeht.

Das Umfeld von Lara Hernández wies die Vorwürfe gegenüber der Redaktion zurück und erklärte, man werde sich nicht mit Dokumenten auseinandersetzen, die in interne Chats der Organisation geschickt wurden. Die Partei verfüge über formelle Kanäle und Prozesse.

Der Rücktritt Morenos ist kein Einzelfall, sondern Teil einer Serie. Bereits im März 2025 trat Elizabeth Duval als Kommunikationskoordinatorin zurück. In einer scharfen Reaktion auf die jüngsten Ereignisse schrieb Duval auf einer sozialen Plattform, sie frage sich, „wer für das Desaster verantwortlich“ sei, nachdem inzwischen auch der Organisationssekretär, der Kommunikationssekretär und sogar der Co-Koordinator general ihr Amt niedergelegt hätten. Später konkretisierte sie ihre Kritik und forderte den sofortigen Rücktritt von Lara Hernández, die monatelang die Statuten verletzt, eine offene Untersuchung wegen Belästigung gegen sich laufen habe und des Betrugs in internen Prozessen beschuldigt werde.

Die angespannte Lage wird durch die vakante Position des Co-Koordinators verschärft. Carlos Martín, der im April 2025 gemeinsam mit Hernández die neu geschaffene Doppelspitze übernommen hatte, trat bereits fünf Monate später aus gesundheitlichen Gründen zurück. Laura Moreno führt auch diese unbesetzte Stelle in ihrem Schreiben auf eine Entscheidung von Lara Hernández zurück.

Führungsvakuum und ungewisse Zukunft vor der Generalversammlung

Diese interne Zerrüttung trifft die Partei in einer ohnehin schwierigen Phase. Seit dem überraschenden Abgang von Galionsfigur Yolanda Díaz nach der enttäuschenden Europawahl 2024 hat Movimiento Sumar, der treibende Kern der gleichnamigen parlamentarischen Allianz, stetig an Einfluss innerhalb des Bündnisses verloren.

Die für vor der Sommerpause anstehende Generalversammlung wurde maßgeblich von der kritischen Strömung innerhalb der Partei erzwungen. Diese Fraktion setzt auf Verónica Martínez Barbero, die parlamentarische Sprecherin von Sumar im Kongress, als mögliche neue Führungsfigur. Martínez Barbero schloss in einem Interview mit dem spanischen Radio RNE eine Kandidatur nicht aus und betonte, dass diese Entscheidung kollektiv getroffen werden müsse.

Die Versammlung soll über die künftige Ausrichtung der Partei entscheiden, während gleichzeitig die gesamte Sumar-Koalition, bestehend aus Movimiento Sumar, Izquierda Unida, Más Madrid und den Comuns, einen Neustrukturierungsprozess durchläuft. Für die für 2027 erwarteten nationalen Parlamentswahlen steht die Allianz bislang ohne klare Spitzenkandidatur da. Die innerparteilichen Querelen bei Movimiento Sumar tragen nicht zur Stabilisierung dieser größeren Konstruktion bei.

Das Koordinierungsgremium von Movimiento Sumar wird am kommenden Donnerstag tagen, um unter anderem ein konkretes Datum für die entscheidende Generalversammlung festzulegen. Die Beratungen finden in einem äußerst angespannten Klima statt, das die Zukunft der Formation auf eine harte Probe stellt.


Quelle: 20minutos.es

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