
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Jerez fordert mehr Flugverbindungen nach Iberia-Entscheidung
Streit um Luftverkehr eskaliert
Die Bürgermeisterin von Jerez de la Frontera, María José García-Pelayo, hat die spanische Regierung aufgefordert, bei der Fluggesellschaft Iberia auf zusätzliche Verbindungen ab dem örtlichen Flughafen zu drängen. Hintergrund ist der schwere Bahnunfall in Urda (Provinz Toledo) in der vergangenen Woche, durch den die direkte Zugverbindung zwischen Jerez und Madrid für mehrere Wochen unterbrochen bleibt. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, habe Iberia ihre Kapazitäten am Airport von Sevilla und Málaga in dieser Zeit deutlich aufgestockt – am Flughafen Jerez jedoch nicht.
Kritik an ungleicher Behandlung
García-Pelayo verwies auf ein früheres Zugunglück bei Adamuz, nach dem Iberia zumindest drei zusätzliche Frequenzen pro Woche angeboten habe. „Diesmal nicht einmal das“, beklagte sie. Die Bürgermeisterin forderte zudem, den für den 23. November anberaumten Runden Tisch zur Flughafenkonnektivität vorzuziehen. Dieses von Aena organisierte Treffen komme angesichts der neuen Lage zu spät. Man brauche klare Antworten und Alternativen, so die Regierungschefin der andalusischen Stadt.
Schuldzuweisungen an Minister und Premier
Die Entscheidung von Iberia kann García-Pelayo nicht nachvollziehen. Sie machte dafür Verkehrsminister Óscar Puente und Ministerpräsident Pedro Sánchez verantwortlich. Beide würden seit acht Jahren den Flughafen Jerez systematisch schwächen – durch den Abzug von Ryanair sowie die abgelehnte Verlängerung der Start- und Landebahn. Diese Weigerung habe zu einem Rückgang der Flugbewegungen geführt, auch bei Iberia selbst.
Appell an Regierung und Politik
Angesichts der ungewissen Dauer der Bahnunterbrechung und des „völlig verlorenen Vertrauens“ in den Schienenverkehr verlangte die Bürgermeisterin ein sofortiges Gespräch zwischen Regierung und Iberia noch am heutigen Tag. Gleichzeitig rief sie alle politischen Kräfte der Stadt zu Geschlossenheit auf. Es handle sich um eine erneute Missachtung von Jerez und der gesamten Provinz Cádiz. Die Forderung wurde über die Nachrichtenagentur Europa Press verbreitet.
Quelle: europapress.es