Internationales Flakka-Netzwerk in Valencia zerschlagen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Valencia

Internationales Flakka-Netzwerk in Valencia zerschlagen

von Jonas Beck

Chronologie der Ermittlungen

Die Aufdeckung eines internationalen Drogenhandelsnetzwerks in der Region Valencia begann mit einer Zeugenaussage. Laut einem Kommuniqué der Comandancia der Guardia Civil informierte ein Konsument, der die Substanz im Kontext des sogenannten Chem-Sex verwendete, die Behörden über den postalischen Versand der Droge aus anderen europäischen Ländern. Diese erste Information bildete die Grundlage für eine methodische Untersuchung.

Struktur und Methode des Netzwerks

Die Ermittler identifizierten einen ausgeklügelten Lieferweg. Die synthetische Droge ALFA-PVP, bekannt unter dem Namen „Flakka“, wurde in Paketen von internationalen Kurierdienstleistungen nach Spanien eingeführt. Die Pakete wurden an vereinbarten Abholpunkten, wie etwa Taquillas oder bestimmten Geschäften, deponiert. Die Behörden konnten regelmäßige Empfangsmuster der Pakete nachweisen.

Die Beschaffung erfolgte über Webseiten, die legalen Produktenhandel simulierten. Ein entscheidendes Indiz für die Ermittler war, dass diese Seiten häufig aktiviert und deaktiviert wurden, um forensische Nachverfolgung zu erschweren. Hinter den Websites standen sogenannte Briefkastenfirmen, die eine gemeinsame Online-Plattform für den Drogenversand verschleierten. Die Transaktionen wurden, wie die Guardia Civil verifizierte, mit Kryptowährungen abgerechnet.

Die Importeure steigerten den Wert der Substanz nach ihrer Ankunft in Spanien um bis zu zehnmal. Um den Versand zu camouflieren, wurden Pakete bekannter Online-Händler imitiert oder gefälscht. In den Kartons, die beispielsweise Videospielkonsolen, Spiele oder Filme suggerierten, wurde die verbotene Substanz sowie eine Plastikkarte für ihre Handhabung versteckt.

Durchführung der Operation und Ergebnisse

Auf Basis dieser Erkenntnisse führte die Guardia Civil sieben Hausdurchsuchungen in den valencianischen Orten Alaquàs, Alcàsser, Manises und in der Stadt Valencia selbst durch.

Das Resultat der Operation: 31 Personen wurden festgenommen. Zwei von ihnen sind auf richterliche Anordnung in Untersuchungshaft. Neben etwa vier Kilogramm ALFA-PVP – einer Menge, die etwa 300.000 individuellen Dosierungen entspricht – wurden auch eine simulierte Waffe und weitere synthetische Drogen sichergestellt. Ein Großteil der identifizierten Empfänger der Droge gehörte, so die Ermittler, einer mittel-hohen sozialen Wirtschaftsschicht an und hatte in vielen Fällen bereits Vorstrafen wegen Delikten gegen die öffentliche Gesundheit.

Charakteristik und Gefahren der Substanz

ALFA-PVP (Flakka) ist eine psychotrop stimulierende Substanz, deren Konsum in Spanien noch relativ unbekannt, aber im Bereich sexueller Freizeitaktivitäten im Aufwind ist. Die Wirkdosis liegt zwischen 2,5 und 15 Milligramm. Die Besitzmenge von nur 0,3 Gramm wird bereits als Drogenhandel eingestuft; über 30 Gramm gelten als „von bemerkenswerter Bedeutung“ und ziehen eine strafschärfende Qualifikation nach sich.

Die Nebenwirkungen des Konsums sind schwerwiegend und umfassen Psychosen, gewalttätige Episoden, Hyperaktivierung, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen und können bis zum Tod führen.

Weiteres Verfahren

Die Untersuchung bleibt offen. Die Guardia Civil zielt auf die vollständige Desintegration der logistischen Infrastruktur für Versand und Empfang der Substanz ab und erwartet mögliche weitere Festnahmen.

Quelle: Kommuniqué der Comandancia der Guardia Civil, operative Ermittlungsdaten.


Quelle: europapress.es