
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Immer mehr Alleinstehende unterschreiben Hypotheken
Immer mehr Menschen in Spanien gehen die Finanzierung einer Immobilie allein an. Während früher die gemeinsame Unterschrift von Paaren die Norm war, gewinnt die Einzelhypothek deutlich an Boden. Aktuellen Daten zufolge, die vom Generalrat des Notariats veröffentlicht wurden, wurden im Jahr 2025 bereits 48,6 Prozent aller Wohnbaukredite von nur einem Schuldner unterschrieben. Sechs Jahre zuvor, im Jahr 2020, lag dieser Anteil noch bei 43,5 Prozent.
Trend zu mehr Eigenständigkeit
Der leichte, aber stetige Anstieg der Einzelhypotheken vollzieht sich in einer Phase insgesamt wachsender Kreditvergabe. Seit der Pandemie ist das jährliche Volumen der neu abgeschlossenen Hypotheken um 52 Prozent gestiegen. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 449.421 Hypotheken beurkundet, ein Plus von 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von diesen entfielen etwa 218.400 auf Einzelpersonen, während etwa 225.200 von zwei Personen gemeinsam unterschrieben wurden. Der Anteil der klassischen Paar-Hypothek ist damit zwar von 54,5 Prozent (2020) auf 50,1 Prozent (2025) gesunken, bleibt aber weiterhin knapp in der Mehrheit.
Nur in vier Autonomen Gemeinschaften überwogen im Jahr 2025 die Einzelkredite: Auf den Kanarischen Inseln (53%), im Baskenland (51,6%), in La Rioja (50,3%) und auf den Balearen (50,1%).
Transparenzgesetz zeigt Wirkung
Die Daten sind Teil eines Berichts, der anlässlich des siebten Jahrestages des Hypothekenkreditgesetzes erstellt wurde. Dieses Gesetz führte die kostenlose Transparenzurkunde ein, die Käufern das Recht auf eine individuelle, unentgeltliche Beratung durch einen frei wählbaren Notar einräumt. Hier werden die Kreditbedingungen erläutert und offene Fragen geklärt.
Zwischen 2020 und 2025 wurden fast drei Millionen solcher Transparenzurkunden beantragt, während im selben Zeitraum nur etwa 2,47 Millionen Immobilienkredite tatsächlich abgeschlossen wurden. „Die notarielle Intervention überprüft nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, sondern fügt eine Schutzschicht hinzu, die unerwünschte Folgen verhindert, Risiken mindert und sicherstellt, dass der Kreditnehmer eine echte Chance hat, informierte Entscheidungen zu treffen“, erklärt María Teresa Barea, nationale Sprecherin des Generalrats des Notariats. Die Zahlen zeigen, dass viele potenzielle Käufer nach der Beratung vom Kreditabschluss Abstand nehmen.
Stabile Nachfrage aus dem Ausland
Der Bericht beleuchtet auch die Rolle ausländischer Käufer auf dem spanischen Hypothekenmarkt. Ihr Anteil blieb mit etwa 11,8 Prozent im Jahr 2025 relativ stabil und entwickelte sich parallel zum Gesamtmarkt. Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass ausländische Kreditnehmer, die eine Hypothek aufnehmen, ein integrierter Bestandteil des Marktes sind und nicht als eigenständiger, destabilisierender Nachfragefaktor wirken.
Die regionalen Unterschiede sind jedoch groß und folgen dem bekannten Muster des Auslandsverkaufs. Den höchsten Anteil an Hypotheken für Ausländer verzeichneten zwischen 2020 und 2025 die Balearen (21,8%), gefolgt von der Valencia-Region (18%), den Kanarischen Inseln (15,5%) und Murcia (14,8%). Auch Katalonien (13,7%) und La Rioja (12,2%) lagen über dem nationalen Durchschnitt. Am anderen Ende der Skala stehen Galicien (4,2%) und Extremadura (2,9%), wo nur sehr wenige Hypotheken an Ausländer vergeben werden.
Basierend auf dem statistischen Bericht des Consejo General del Notariado.
Quelle: 20minutos.es