Historischer Protest: Valencias Lehrkräfte gehen auf die Straße

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Valencia

Historischer Protest: Valencias Lehrkräfte gehen auf die Straße

von Clara Weber

Ein „historisches“ Meer aus grünen Fahnen

Die Innenstadt von Valencia war am Freitag geflutet von einer Protestwelle, die die Organisatoren als „brutal, historisch und überwältigend“ beschrieben. Tausende Lehrkräfte, unterstützt von Schülerinnen, Schülern und Familien, beendeten damit die erste Woche ihres unbefristeten Streiks im nicht-universitären öffentlichen Bildungssektor. Die Demonstration, an der nach Angaben der Regierungsdelegation über 35.000 Menschen teilnahmen, markierte einen neuen Höhepunkt im Arbeitskampf.

Sarg und Kochtopfkonzert: Symbolik des Protests

Angeführt wurde der Zug von einer symbolischen Trauerprozession. Särge mit der Aufschrift „RIP Educació“ machten die Wut über die als „ermordet“ empfundene öffentliche Bildung sichtbar. Auf den zahllosen Plakaten der Demonstrantinnen und Demonstranten wurden die zentralen Forderungen deutlich: „Mehr Ressourcen, weniger Reden“, „Heute findet der Unterricht auf der Straße statt“ oder „Ohne Ressourcen kann ich keine Magie wirken – ich arbeite nicht in Hogwarts“. Eine besondere Spitze richtete sich gegen die Bildungsministerin der Region, Carmen Ortí, deren Gehalt mit „78.210“ angeprangert wurde.

Auf der zentralen Plaza del Ayuntamiento kulminierte der Protest schließlich in einer lautstarken „pädagogischen Mascletà“ – einem ohrenbetäubenden Konzert aus Pfeifen und Topfschlagen. Große Puppen, die den Regionalpräsidenten Juanfran Pérez Llorca und Ministerin Ortí darstellten, wurden dazu präsentiert. Musikalische Beiträge von Künstlerinnen und Künstlern, unter denen sich auch viele Lehrkräfte befanden, rundeten die Kundgebung ab, wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete.

Die Forderungen: Dignität und konkrete Zugeständnisse

Die Gewerkschaften STEPV, CSIF, CCOO und UGT, die den Streik gemeinsam tragen, sehen die Lage an einem kritischen Punkt. „Wir können so nicht weiterarbeiten, unter so erbärmlichen Bedingungen“, erklärte Maite Tarazona von der UGT. Der Koordinator von STEPV, Marc Candela, richtete einen deutlichen Appell an das Bildungsministerium (Conselleria): „Sie sollten Notiz nehmen und am Montag mit einem Vorschlag kommen, der all unsere Forderungen enthält.“ Andernfalls werde man Valencia erneut „lahmlegen“.

Der Zorn speist sich aus einem vorgelegten Präabkommen der Regierung, das nach Gewerkschaftsangaben ihre Kernanliegen „nicht einmal zur Hälfte“ erfasse und keinerlei Gehaltserhöhung vorsehe. Xelo Valls von CCOO betonte: „In jeder Arbeit zeigt das Gehalt die Würde des Berufs. Und genau das fordern wir: Würde.“

Alles baut auf dem kommenden Montag auf

Die Stimmung unter den Streikenden ist entschlossen, aber auch von Ernüchterung geprägt. „Dies ist ein historischer, aber auch trauriger Tag“, sagte José Seco vom CSIF, „weil wir nach fünf Tagen unbefristetem Streik und zwei vorherigen Streiks immer noch ohne Einigung dastehen.“

Der gesamte Druck der Bewegung richtet sich nun auf eine für Montagnachmittag anberaumte Verhandlungsrunde mit der Regionalregierung. Die Gewerkschaften signalisieren keine Kompromissbereitschaft bei ihren Forderungen nach verbesserten Arbeitsbedingungen, mehr Personal und einer angemessenen Gehaltserhöhung. Sollte es kein klares Entgegenkommen geben, kündigen sie eine Fortsetzung und mögliche Eskalation des Arbeitskampfes an.


Quelle: europapress.es