Großaufgebot für historische Sonnenfinsternis

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Spanien

Großaufgebot für historische Sonnenfinsternis

von Clara Weber

Countdown für ein Jahrhundert-Event

Am Mittwoch schiebt sich der Mond zwischen Sonne und Erde – erstmals seit mehr als hundert Jahren ist die Sonnenfinsternis von der Iberischen Halbinsel aus wieder total zu sehen. Millionen Einwohner und Touristen wollen das Spektakel nicht verpassen. Die Erwartung ist riesig, entsprechend groß sind die Vorbereitungen: Schon jetzt haben die Behörden ihre Notfallpläne aktiviert, um Verkehr, Sicherheit und Brandschutz koordiniert zu meistern.

Wie die Zeitung 20 Minutos berichtet, richtet das Innenministerium bereits am Montag einen zentralen Krisenstab im Nationalen Zentrum für Notfallkoordination (Cenem) ein. Dort arbeiten Vertreter des Zivilschutzes, der Guardia Civil, der Nationalpolizei und der Verkehrsbehörde DGT eng zusammen. Für das Festland gilt die Vorwarnstufe 1; einige Autonome Gemeinschaften wie Kastilien-León, Kantabrien, Galicien und Valencia haben sogar die nächsthöhere Stufe ausgerufen.

Verkehrsadern im Ausnahmezustand

Die größte Herausforderung dürfte der Verkehr werden. Die DGT rechnet mit 400.000 bis 1,5 Millionen zusätzlichen Fahrten – zusätzlich zum üblichen Sommerreiseverkehr. In Regionen mit besonders guter Sicht könnte der Verkehr sogar um bis zu 100 Prozent zunehmen. Einige Beobachter reisen extra in eine andere Provinz, um das Naturschauspiel zu erleben.

Deshalb hat die Verkehrsbehörde das Ereignis offiziell als „Event mit hoher Verkehrsauswirkung“ eingestuft. Geplant sind Luftüberwachung, verstärkte Streifen auf den Zufahrtsstraßen zu den Beobachtungsplätzen, Alkohol- und Drogenkontrollen sowie mögliche Zufahrtssperren. Gleichzeitig warnen die Verantwortlichen vor Staus und Unfällen, wenn nach der Totalität alle gleichzeitig aufbrechen. Wer kann, soll deshalb noch etwas bleiben und die Rückfahrt staffeln.

Auch das Parken wird zum Thema: Die Behörden bitten dringend, nicht spontan am Straßenrand oder auf der Fahrbahn zu halten, um den Himmel zu fotografieren. Ablenkung am Steuer ist ohnehin gefährlich – und bei einem solchen Ereignis besonders riskant.

Bahn, Schiffe, Drohnen: Sonderregeln überall

Nicht nur auf der Straße wird aufgerüstet: Renfe verstärkt Regionalzüge und Cercanías, vor allem in Galicien, Asturien, Kantabrien, dem Baskenland und im Norden Kastilien-Leóns. Auch die Schifffahrt stellt sich auf viel Andrang ein: Die Handelsmarine hat Empfehlungen herausgegeben, unter anderem die VHF-Funkkanäle zu beobachten und die zulässige Personenzahl an Bord einzuhalten. Die Seenotrettung überwacht den Seeverkehr per Satellit und aus der Luft.

Die Luftfahrtbehörde AESA erinnert derweil daran, dass Drohnen nicht über Menschenansammlungen fliegen dürfen. Wegen der plötzlichen Dunkelheit und wechselnden Lichtverhältnisse sei das Risiko besonders groß.

Hunderte Beobachtungspunkte, höchste Brandwarnung

Die Sicherheitskräfte sind in Alarmbereitschaft: Nach Informationen der Zeitung sind rund 24.000 Einsatzkräfte an 660 Beobachtungspunkten im Einsatz. Zudem gilt höchste Wachsamkeit wegen der Waldbrandgefahr – trockene Vegetation und erwartete Menschenmassen in der Natur sind eine riskante Kombination.

Für Spanien wird dieser Mittwoch also weit mehr als ein astronomisches Schauspiel: Er wird zu einem Großtest für den Katastrophenschutz.


Quelle: 20minutos.es