
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Fünfter Streiktag beendet erste Woche
Erste Streikwoche endet mit Massenprotest
Mit einer als "historisch" bezeichneten Demonstration ist am Freitag, den 15. Mai 2026, die erste Woche eines unbefristeten Streiks im nicht-universitären öffentlichen Bildungswesen der Comunitat Valenciana zu Ende gegangen. Tausende Lehrkräfte aus allen Teilen der Region füllten ab 12 Uhr das Zentrum von Valencia.
Die Bildungsbehörde (Conselleria de Educación, Cultura y Universidades) bezifferte die definitive Streikbeteiligung an diesem fünften Tag auf 39,11 Prozent. Damit liegt der Wert deutlich über denen der drei vorangegangenen Tage und ist der zweithöchste seit Beginn der Arbeitsniederlegung. Die Streikwoche war am Montag mit einer Beteiligung von bis zu 50,12 Prozent gestartet.
Regionale Unterschiede in der Beteiligung
Die von der Behörde mit Sitz in Campanar veröffentlichten Daten zeigen signifikante Unterschiede zwischen den drei Provinzen der Region. Während in der Provinz Valencia 43,63 Prozent des Lehrpersonals den Streik unterstützten, waren es in Castellón 39,33 Prozent. In der Provinz Alicante lag die Quote bei 33,77 Prozent.
Die Entwicklung über die Woche zeigt einen Rückgang nach dem starken Start: Nach dem Montagshoch sank die Beteiligung am Dienstag auf 35,5 Prozent, am Mittwoch auf 27,26 Prozent und am Donnerstag auf 24,05 Prozent, bevor sie am Freitag wieder deutlich anstieg.
Behörde betont Dialogbereitschaft, stellt Bildungssicherheit in den Vordergrund
Pablo Ortega, Generaldirektor für Lehrpersonal, äußerte sich in einer Stellungnahme am Freitag mit der Betonung auf "Serenität" und "Dialog". Er verwies darauf, dass alle von den Gewerkschaften aufgeworfenen Themen verhandelbar seien. Die Conselleria respektiere das Streik- und Demonstrationsrecht, halte aber an ihrer Position fest, "vor, während und nach dieser Mobilisierung weiterzuverhandeln", wie Ortega laut der Agentur Europa Press erklärte.
In der Sache bekräftigte Ortega die Bereitschaft, Gehaltsfragen im Rahmen des sozialen Dialogs und der budgetären Möglichkeiten zu behandeln. Bezüglich der sprachpolitischen Forderungen verwies er auf eine in dieser Woche vorgelegte Reform, die konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Valenciano-Ausbildung in kastilischsprachigen Gebieten sowie die Wiedereinführung von Sprachzertifikaten als Verdienstpunkt in Stellenausschreibungen vorsehe.
Ortega zog einen historischen Vergleich und erinnerte daran, dass die gleichen Gewerkschaften unter der vorherigen Regierung (Botànic) keine Demonstrationen organisiert hätten – "eine Phase, in der die Lehrkräfte keine Gehaltsverbesserungen erhielten". Die aktuelle Regierung strebe dagegen "echte Vereinbarungen" an.
Als oberste Priorität nannte die Behörde die Sicherstellung des Rechts auf Bildung, insbesondere für Schüler des zweiten Jahres der Sekundarstufe II (Bachillerato), die sich auf die Universität vorbereiten. "Es ist wesentlich, dass sie den Hochschulzugang unter gleichen Bedingungen wie der Rest der Schüler in Spanien vorbereiten und angehen können", so Ortega. Das übergeordnete Ziel bleibe, das valencianische Bildungssystem im Einvernehmen und im Interesse von Lehrern, Schülern und Familien zu verbessern.
Der Streik wird von den Gewerkschaften STEPV, CSIF, CCOO und UGT mit Unterstützung von ANPE getragen.
Quelle: europapress.es