
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Frühstart in die Backofensaison
Wenn der Sommer mit der Tür ins Haus fällt
Der Kalender sagt noch Frühling, das Thermometer spricht schon vom Hochsommer. Pünktlich zum astronomischen Sommerbeginn am Wochenende könnte Spanien die erste offizielle Hitzewelle des Jahres ereilen – ein brutaler Willkommensgruß der neuen Jahreszeit. Nach Berechnungen von eltiempo.es stehen die Zeichen auf Glut: Ab Samstag drohen landesweit Temperaturen, die fünf bis zehn Grad über dem saisonalen Durchschnitt liegen. In der Folge könnten zahlreiche Städte die 40-Grad-Marke knacken. Ein isolierter Spitzenwert wäre dabei noch das kleinere Übel. Entscheidend ist die Dauer: Halten die Extremtemperaturen mindestens drei Tage an, spricht die Meteorologie von einer Hitzewelle. Genau dieses Szenario zeichnet sich ab.
Madrid, Sevilla, Córdoba: Die ersten Opfer stehen fest
Die Hitze trifft nicht alle gleich. Während die nordspanische Küste vorerst verschont bleibt, werden vor allem die Binnenregionen zur Feuerzone. Die Hauptstadt Madrid steht ebenso auf der Roten Liste wie Zaragoza, Toledo oder Granada. Absolute Spitzenreiter könnten laut Prognose jedoch Córdoba und Badajoz werden, wo die Quecksilbersäulen bis auf 42 Grad klettern sollen. Das ist kein "angenehmes Sommerwetter" mehr, das ist eine gesundheitliche Gefährdungslage, besonders für Alte, Kranke und Kleinkinder. Die hohen Druckgebiete in der Höhe, die für diese Wetterlage verantwortlich sind, wirken wie ein Deckel auf einem Kochtopf – die Hitze kann nicht entweichen, sie staut sich.
Warum die Warnung vor voreiligen Prognosen berechtigt ist
Trotz der alarmierenden Modelle mahnen die staatlichen Meteorologen zur Vorsicht. Rubén del Campo, Sprecher der spanischen Wetterbehörde Aemet, stellt klar: "Es ist noch sehr früh, um genau zu sagen, welche Maximal- und Minimaltemperaturen tatsächlich erreicht werden und ob das Ereignis von Dauer sein wird." Seine Botschaft ist eindeutig: Von einer bestätigten Hitzewelle zu sprechen, ist derzeit noch verfrüht. Diese Zurückhaltung ist professionell und notwendig. Sie steht im Kontrast zur oft hyperventilierenden Berichterstattung, die jeden Hitzeschub zur "Jahrhundertwelle" stilisiert. Doch sie ändert nichts an der physikalischen Realität: Die atmosphärische Konstellation ist da, und sie ist extrem. Ob es am Ende zur offiziellen Hitzewelle reicht, ist fast sekundär. Die Belastung für Mensch und Infrastruktur beginnt nicht erst nach 72 Stunden Dauerhitze.
Mehr als nur ein heißes Wochenende
Die Modelle deuten darauf hin, dass das Ende der Fahnenstange am Samstag noch nicht erreicht ist. Für den Sonntag prognostizieren einige Vorhersagen sogar eine weitere Verstärkung und Ausbreitung der Extremtemperaturen auf den Südwesten der Halbinsel. Auch der kommende Montag und Dienstag könnten weiterhin im Zeichen der Gluthitze stehen. Sollte sich dieser Trend bestätigen, wäre die erste Hitzewelle 2025 nicht nur früh, sondern auch hartnäckig. Das wäre ein beunruhigendes Signal in einer Zeit, in der solche frühen und intensiven Hitzephasen durch den menschengemachten Klimawandel wahrscheinlicher werden. Wir diskutieren dann nicht über ein Ausreißer-Wochenende, sondern über ein Muster.
Quellen: Die Prognosen stützen sich auf Daten von eltiempo.es. Die Einschätzung zur Vorläufigkeit der Hitzewellen-Prognose lieferte Rubén del Campo, Sprecher der spanischen Agencia Estatal de Meteorología (Aemet) in einer Stellungnahme.
Quelle: 20minutos.es