153 Todesfälle durch Hitze in den ersten Julitagen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Córdoba

153 Todesfälle durch Hitze in den ersten Julitagen

von Jonas Beck

Die zweite Hitzewelle des Sommers hat Spanien erreicht – und die ersten Julitage fordern bereits ihren Tribut. Wie das Sistema de Monitorización de la Mortalidad Diaria (MoMo) des Instituto de Salud Carlos III am Sonntag meldete, sind in den ersten Tagen des Monats 153 Todesfälle auf die extremen Temperaturen zurückzuführen. Das System erfasst nicht nur direkte Hitzschläge, sondern alle Todesfälle, die durch Hitze verstärkt wurden – vor allem bei Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und Nierenerkrankungen.

Juni-Bilanz: Fast 1.000 Hitzetote

Bereits im Juni verzeichnete MoMo 937 hitzebedingte Todesfälle. Die höchsten Zahlen meldeten das Baskenland (153) und Katalonien (127). In Andalusien starben 73 Menschen durch die hohen Temperaturen, in Madrid 93, in Galicien 88 und in der Valencianischen Gemeinschaft 62. Nur die Balearen, die Kanarischen Inseln sowie die Exklaven Ceuta und Melilla blieben im Juni ohne hitzebedingte Todesfälle.

Die Daten werden fortlaufend aktualisiert, da viele Todesfälle erst mit Verzögerung gemeldet werden. Endgültige Zahlen liegen erst nach mehreren Wochen vor.

Neue Hitzewelle: Temperaturen über 42 Grad

Parallel zu diesen Zahlen begann am Sonntag offiziell die zweite Hitzewelle des Sommers. Sie soll mindestens bis Dienstag andauern, vielerorts werden Temperaturen über 42 Grad erwartet. Vierzehn Autonome Gemeinschaften haben Warnstufen aktiviert. Die höchste Warnstufe (Orange – erhebliche Gefahr) gilt für Andalusien, Aragonien, Kastilien-La Mancha, Katalonien, Extremadura, Galicien und Madrid. Gelbe Warnungen (geringe Gefahr) bestehen in Asturien, auf den Balearen, in Kastilien und León, Navarra, dem Baskenland, La Rioja und auf den Kanarischen Inseln.

Bereits am Samstag wurden in Badajoz 43,5 Grad gemessen – der Höchstwert des Tages. In der Gemeinde Cardeña (Córdoba) zeigte das Thermometer am Sonntagmorgen um 9:40 Uhr 35,3 Grad an, noch vor den heißesten Stunden.

Gesundheitsrisiko flächendeckend

Die Risikokarte für die Gesundheit des spanischen Gesundheitsministeriums färbte sich am Sonntag großflächig rot (hohes Risiko), vor allem im Nordwesten, Norden und Nordosten der Halbinsel sowie im Südwesten und im Binnenland des Ostens. Orange (mittleres Risiko) und Gelb decken den Rest ab – nur winzige Flecken bleiben grün (kein Risiko).

Das Ministerium ruft dazu auf, regelmäßig Wasser zu trinken, sich kühl zu halten und die direkte Sonneneinstrahlung in den Mittagsstunden zu meiden. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Schwangere, Kinder unter vier Jahren, chronisch Kranke und Personen, die im Freien arbeiten. Die Behörden betonen: Nicht alle Menschen reagieren gleich auf Hitze – eine gezielte Vorsorge sei entscheidend.

Quelle: Sistema de Monitorización de la Mortalidad Diaria (MoMo), Instituto de Salud Carlos III; Agencia Estatal de Meteorología (AEMET); Gesundheitsministerium Spaniens.


Quelle: 20minutos.es