Fast 450.000 Besucher erwartet

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Spanien

Fast 450.000 Besucher erwartet

von Jonas Beck

Ein Himmel voller Schaulustiger

Es ist ein Ereignis, das Astronomie-Fans seit Jahren entgegenfiebern: An diesem Mittwoch wird ein totaler Sonnenfinsternis über die iberische Halbinsel ziehen. Die Dunkelheit wird für wenige Minuten weite Teile Spaniens in eine künstliche Nacht tauchen. Doch nicht nur Wissenschaftler und Hobby-Astronomen richten ihren Blick gen Himmel – auch die Tourismusbranche rechnet mit einem historischen Ansturm.

Die Zahlen hinter dem Phänomen

Wie aus einem Bericht des Wirtschaftsministeriums hervorgeht, werden während dieser Woche rund 446.700 zusätzliche Touristen in den betroffenen Regionen erwartet. Der Zuzug konzentriert sich auf die 36 Provinzen, die im Kernbereich der Totalität liegen, sowie auf angrenzende Gebiete. Die wirtschaftliche Dimension ist beachtlich: Etwa 347,6 Millionen Euro sollen die Besucher ausgeben, davon entfallen 247,29 Millionen auf ausländische Gäste und 94,90 Millionen auf spanische Reisende.

Zeitfenster und Route der Dunkelheit

Zwischen 20.26 Uhr und 20.33 Uhr wird der Mond die Sonne vollständig verdecken. Die Zone der Totalität durchquert das Land von Norden nach Süden und erstreckt sich über 13 autonome Gemeinschaften: Galicien, Asturien, Kastilien-León, die Region Madrid, Kastilien-La Mancha, Kantabrien, La Rioja, das Baskenland, Navarra, Aragonien, Katalonien, die Valencianische Gemeinschaft und die Balearen. Selten zuvor hat ein solches Naturschauspiel ein so dicht besiedeltes und gut erschlossenes Gebiet erfasst – die nächste Chance auf ein vergleichbares Ereignis bietet sich erst in den Jahren 2027 und 2028.

Sicherheitsvorkehrungen auf höchster Stufe

Angesichts der zu erwartenden Menschenmassen hat die Regierung einen umfassenden Sicherheits- und Zivilschutzplan aktiviert. Im Fokus stehen die Koordination von Notfallmaßnahmen, die Verhinderung von Waldbränden sowie die Sicherstellung von Mobilität und öffentlicher Ordnung. Besonders letzteres stellt eine Herausforderung dar, da viele der besten Beobachtungspunkte in ländlichen und bewaldeten Gebieten liegen.

Sara Aagesen, Ministerin für den ökologischen Übergang, appellierte eindringlich an die Bevölkerung: „Wir erleben eine Saison mit vielen Bränden, daher rufe ich zur Vorsicht auf. Viele werden das Spektakel in der Natur verfolgen – in Wäldern und trockenen Gebieten. Angesichts der extrem niedrigen Luftfeuchtigkeit und der ausgetrockneten Vegetation müssen wir alles tun, um Brände zu vermeiden. Der Schutz hängt von jedem Einzelnen ab, der dieses historische Moment genießen möchte."


Quelle: 20minutos.es