
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Ein Etappensieg für Vélez-Málaga
Eine Zahl, die mehr sagt als jeder Wahlkampf
406.368,54 Euro. Vier Monate Bauzeit. Eine komplett erneuerte Straße. Zahlen, die trocken klingen und doch ein Versprechen sind. Wer in Vélez-Málaga in der Calle Cristo de Medinaceli wohnt, hat lange auf diesen Moment gewartet. Und wer so lange gewartet hat, darf sich nun ein kleines Stück Genugtuung abholen.
Denn es geht nicht um ein paar Flickarbeiten. Wie die Regionalzeitung AxarquíaPlus berichtet, schreibt die Stadt eine grundlegende Urbanisierung aus: neue Fahrbahn, Gehwege, ein Fußgängerbereich, moderne Leitungen für Wasser, Abwasser, Strom und Telekommunikation – und das alles mit LED-Beleuchtung, die zeigen soll, dass auch kleine Kommunen den Weg ins 21. Jahrhundert finden können. Der Bürgermeister formuliert das erwartbar staatstragend: von einem „wichtigen Schritt“ und einer „historischen Forderung“ ist da die Rede. Die Übersetzung in die Alltagssprache lautet schlicht: Die Anwohner haben sich durchgesetzt.
Die Gegenrechnung
Natürlich gibt es Stimmen, die angesichts von mehr als 400.000 Euro für eine einzelne Straße den Kopf schütteln werden. Sie werden von Geldverschwendung sprechen, von Bevorzugung eines Stadtteils, von Luxus, den sich eine Kommune in schweren Zeiten nicht leisten könne. Diese Haltung ist verständlich – und trotzdem falsch. Denn die Rechnung, die hier aufgemacht wird, ist eine ganz andere: Wer Straßen vernachlässigt, spart am falschen Ende. Kaputte Wege, fehlende Beleuchtung, unzureichende Kanalisation führen zu höheren Folgekosten, zu Unfällen, zu abgewerteten Wohnvierteln. Die jetzige Investition ist also kein Geschenk an eine Straße, sondern die Korrektur eines jahrelangen Fehlers. Punkt.
Die eigentliche Kritik muss deshalb nicht an der Summe ansetzen, sondern an der Zeitachse. Eine „historische Forderung“ ist kein Ausweis von Fortschrittlichkeit, sondern ein Armutszeugnis für alle, die vorher das Sagen hatten. Dass der jetzige Rathauschef das Projekt endlich auf den Weg bringt, verdient Respekt. Aber man sollte den Jubel nicht übertreiben, wenn eine Kommune nach Jahrzehnten das tut, was selbstverständlich sein sollte: bürgerfreundliche Infrastruktur herzustellen.
Jetzt zählt das Wort
Die Ankündigung ist also gut. Aber Ankündigungen sind in der Kommunalpolitik so haltbar wie ein Sahnetörtchen in der Julisonne. Entscheidend ist, dass es nun nicht bei der Ausschreibung bleibt. Die Stadtverwaltung sagt, sie wolle die Bauarbeiten zügig starten und in vier Monaten abschließen. Das ist ambitioniert – vor allem in einem Land, in dem Baustellen gerne zur Dauerausstellung werden. Man wird also genau hinsehen müssen, ob aus der Ankündigung ein Versprechen wird, das gehalten wird.
Bis dahin gilt: Endlich Bewegung in der Calle Cristo de Medinaceli. Das ist ein Erfolg für alle, die nicht locker gelassen haben, und ein Beweis dafür, dass beharrliche Anwohner in einer Demokratie doch etwas bewegen können. Jetzt müssen Taten folgen – gerne schneller, als es die Bauverwaltung normalerweise schafft.
Quelle: AxarquíaPlus über die Ausschreibung der Urbanisierungsarbeiten in Vélez-Málaga.
Quelle: axarquiaplus.es