Disziplinarstrafe: Polizist weigert sich, Katalanisch zu sprechen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Barcelona

Disziplinarstrafe: Polizist weigert sich, Katalanisch zu sprechen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Harte Konsequenzen für Sprachverweigerung

Wer im öffentlichen Dienst Kataloniens arbeitet, hat die sprachlichen Rechte der Bürger zu respektieren – koste es, was es wolle. Diese Botschaft sendet nun das Rathaus von Barcelona mit einer unmissverständlichen Disziplinarmaßnahme. Ein Beamter der Guardia Urbana wurde zu 24 Tagen Suspension ohne Bezüge verdonnert, weil er sich im Juli eines Jahres während eines Einsatzes standhaft weigerte, mit einer Bürgerin Katalanisch zu sprechen. Die Behörde spricht von einem „unangemessenen Umgang“ – doch die dahinterstehende Haltung des Ordnungshüters wiegt weit schwerer.

Provokation statt professioneller Distanz

Wie die Organisation Plataforma per la Llengua mitteilt, eskalierte die Situation, als die Frau den Beamten darum bat, die Unterhaltung auf Katalanisch zu führen. Statt dieser simplen und legitimen Bitte nachzukommen, ließ der Polizist eine Bemerkung vom Stapel, die an Deutlichkeit kaum zu überbieten ist: „Es ist sehr faschistisch, die Leute zu zwingen, in einer Sprache zu reden, die sie nicht wollen.“ Diese Aussage, festgehalten auf Video und in den sozialen Netzwerken verbreitet, zeigt eine erschreckende Gleichgültigkeit gegenüber den Amtssprachen der Region.

Null Toleranz bei städtischen Bediensteten

Die interne Ermittlungsabteilung (UDAI) leitete umgehend eine Untersuchung ein, deren Ergebnisse nun zu der Sanktion führten. Das Konsistorium stellt klar, dass das Verhalten des Beamten mit den „Standards an Respekt, Korrektheit und Professionalität“ unvereinbar sei, die von den Mitgliedern des Sicherheitskorps erwartet werden. Es ist ein wichtiges Signal: Wer die Sprachgesetze missachtet, muss mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. Die Stadtverwaltung betont, dass die erste Interaktion mit Bürgern grundsätzlich auf Katalanisch zu erfolgen hat – eine Regelung, die der Polizeichef jüngst erneut in Erinnerung gerufen hat.

Ein Sieg für die Zivilcourage

Die Sprachschutzorganisation wertet die Entscheidung als längst überfällige Anerkennung eines strukturellen Problems. „Diese Resolution beweist, dass sprachliche Diskriminierung durch Polizeikräfte weder eine subjektive Wahrnehmung noch eine Kleinigkeit ist“, kommentiert Präsident Òscar Escuder. Bemerkenswert ist der Beigeschmack dieses Falles: Die betroffene Bürgerin erhielt selbst eine Anzeige, deren Aufhebung die Organisation nun fordert. In einer Region, in der Sprache politisches Terrain ist, zeigt dieser Fall, dass die Institutionen endlich bereit sind, klare Kante zu zeigen – gegen diejenigen, die ihre Machtposition ausnutzen, um ihre persönliche Sprachverweigerung durchzusetzen.


Quelle: europapress.es

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