Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Addison Rae: Vom TikTok-Star zur Festival-Diva
Eine Pop-Transformation auf der Bühne
Der Freitagabend auf dem Primavera Sound gehörte eindeutig Addison Rae. Was als TikTok-Phänomen begann, hat sich laut Beobachtungen vor Ort zu einer ausgereiften Bühnenshow entwickelt. Vor einer großen, enthusiastischen Menge performte die US-Amerikanerin Hits wie “Diet Pepsi” oder “Fame is a Gun” und lieferte ein durchchoreografiertes Spektakel mit zahlreichen Tänzern und Cheerleadern ab.
Ihr Auftritt war eine bewusst inszenierte Performance, die von grell-rosa Plattformen bis zu einer langen Schal aus Spielgeld-Banknoten reichte. Ein Höhepunkt war, als sie während eines Remixes von Charli XCX’ “Von Dutch” die Bühne verließ, ihr Mikrofon ins Publikum hielt und von einem lautstarken Gebrüll empfangen wurde. Dies unterstrich ihren Wandel vom Internet-Star zur Künstlerin, die eine reale Fangemeinde begeistert.
Melancholie als Kontrastprogramm
Weniger auf Spektakel, dafür mehr auf atmosphärische Dichte setzten die Shoegaze-Veteranen von Slowdive. Mit ihren langgezogenen, verschwommenen Gitarrenwänden und den gespenstisch schwebenden Vocals von Neil Halstead und Rachel Goswell zogen sie das Publikum in einen hypnotischen Sog. Stücke wie “When the Sun Hits”, passend zum einsetzenden Abendrot, oder “Alison” wurden von vielen Besuchern mit geschlossenen Augen genossen.
Ebenfalls im melancholischen Spektrum bewegte sich die Sängerin Ethel Cain. Mit ihrer Musik, die zwischen Folk, Rock und Dream-Pop oszilliert, erzählte sie Geschichten über Religion, Nostalgie und die amerikanische Südstaaten-Identität. Songs wie “American Teenager” oder “A House in Nebraska” entwickelten eine eigene, fesselnde Emotionalität.
Vielfalt als Markenzeichen
Das Primavera Sound Festival zeichnet sich traditionell durch ein breites musikalisches Angebot aus. An diesem Freitag reichte die Palette vom experimentellen spanischen Urban-Sound eines Ralphie Choo über den entspannten Indie-Rock der irischen Band NewDad bis zum extremen japanischen Noise von Merzbow. Lokale Akzente setzten unter anderem Somos la Herencia und der katalanische Extreme-Metal-Act Ósserp.
Die Bandbreite der Acts unterstreicht das Konzept des Festivals, etablierte Größen neben aufstrebenden Talenten und Genre-Grenzgängern zu präsentieren. Während Addison Rae mit High-Energy-Pop überzeugte, bewiesen Slowdive und Ethel Cain, dass nachdenkliche, tiefgründige Musik auf einem großen Festival ebenfalls ihren Platz hat.
Bericht basierend auf Eindrücken und Programm des Primavera Sound Festivals.
Quelle: europapress.es