
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Zwei Tote bei Rettung vor El Hierro
Tödliche Überfahrt: Zwei Männer sterben bei Rettungsmission im Süden El Hierros
Bei einer nächtlichen Rettungsaktion vor der Kanareninsel El Hierro haben Einsatzkräfte zwei tote Männer an Bord eines Flüchtlingsbootes entdeckt. Die beiden Personen befanden sich unter den 113 Migranten, die in den frühen Morgenstunden aus dem Atlantik geholt wurden. Wie die spanische Rettungsleitstelle Salvamento Marítimo mitteilte, handelte es sich bei dem zunächst gemeldeten toten Kleinkind nach einer Korrektur der Behörden tatsächlich um einen zweiten erwachsenen Mann.
Notruf und Suche
Die Spanische Rettungsleitstelle war kurz vor 23:00 Uhr von der Notrufzentrale 112 Canarias über das in Seenot geratene Holzboot informiert worden. Das Schiff war Berichten zufolge von Gambia aus gestartet und trieb etwa 37 Seemeilen südlich der Insel. Die Rettungsschlepper Salvamar Navia sowie der Hubschrauber Helimer 204 machten sich unverzüglich auf den Weg und orteten das Boot gegen 01:00 Uhr.
Dramatische Szenen an Bord
Beim Beginn der Rettungsarbeiten fanden die Helfer die beiden Leichen an Deck. Ein nahezu zweijähriges Mädchen befand sich in einem kritischen Gesundheitszustand. Das Kind wurde zunächst per Hubschrauber nach El Hierro gebracht, anschließend erfolgte der Weitertransport in einem Medizinhubschrauber des Kanarischen Notdienstes (SUC) in das Universitätsklinikum La Candelaria auf Teneriffa.
Ankunft im Hafen
Das überladene Boot erreichte schließlich um 04:00 Uhr den Hafen von La Restinga im Süden der Insel. Nach offiziellen Angaben befanden sich an Bord insgesamt 113 Personen, darunter 13 Frauen und 100 Männer. Besonders besorgniserregend ist die hohe Anzahl an Minderjährigen: 61 der Reisenden waren nach Angaben der Rettungskräfte noch nicht volljährig.
Wie aus dem Bericht der Nachrichtenagentur Europa Press hervorgeht, wirft der Vorfall erneut ein Schlaglicht auf die gefährliche Migrationsroute über den Atlantik, die trotz hoher Risiken weiterhin von vielen Menschen aus Westafrika gewählt wird. Die Behörden haben Ermittlungen zu den Todesumständen aufgenommen.
Quelle: europapress.es