Zuschuss für Kinderbrillen stark nachgefragt

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Madrid

Zuschuss für Kinderbrillen stark nachgefragt

von Clara Weber

Hohe Nachfrage führt zu Finanzspritze

Die Resonanz war überwältigend. Nach nur einem halben Jahr Laufzeit hat das spanische Gesundheitsministerium die finanzielle Ausstattung für den "Plan Veo", der Brillen und Kontaktlinsen für Kinder unter 16 Jahren bezuschusst, deutlich erhöht. Wie das Ressort von Ministerin Mónica García mitteilte, stehen nun 70 Millionen Euro zur Verfügung – eine Aufstockung um 23,4 Millionen Euro gegenüber den ursprünglichen Planungen. Grund sei die "außerordentlich hohe Nachfrage" nach der Unterstützung, die pauschal 100 Euro pro Kind beträgt.

Mehr als 325.000 Kinder profitieren bereits

Seit dem Start am 17. Dezember 2025 haben mehr als 325.000 Minderjährige von dem staatlichen Zuschuss profitiert. Diese Zahl liegt laut den jüngsten Daten des Ministeriums deutlich über den Prognosen, die lediglich von etwa 210.000 Begünstigten ausgegangen waren – eine Differenz von fast 55 Prozent. Die Nachfrage war dabei in den Monaten Februar und März 2026 mit jeweils über 70.000 Anträgen am höchsten. Mit der finanziellen Aufstockung soll die Initiative an den Bedarf angepasst und ihre Fortführung für das Jahr 2027 gesichert werden.

Wer nutzt das Angebot?

Eine erste Auswertung der Antragsdaten zeigt ein klares Profil. Mehr als die Hälfte der Bezieher sind Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren. Etwa 40 Prozent der Hilfen gingen an Kinder zwischen 6 und 11 Jahren, während die unter Fünfjährigen mit einem Anteil von 5 Prozent die kleinste Gruppe darstellen. Ein ausgeglichenes Bild zeigt sich beim Geschlecht: 56,5 Prozent der Anträge wurden für Mädchen gestellt, 43,5 Prozent für Jungen.

Breite Beteiligung der Optiker als Erfolgsfaktor

Ein entscheidender Schlüssel für den reibungslosen Ablauf war nach Angaben des Ministeriums die hohe Beteiligung des Fachhandels. Bundesweit haben sich 7.718 Optikergeschäfte dem Programm angeschlossen, was einem Anteil von 73,7 Prozent aller Betriebe entspricht. In diesem flächendeckenden Netz können Eltern die staatliche Förderung von 100 Euro für ihre Kinder einlösen.

Am häufigsten wurde die Unterstützung für den Kauf einer Brille genutzt – in 85 Prozent der Fälle. Der Rest entfiel auf Kontaktlinsen. Bei den diagnostizierten Sehschwächen standen mit einem Anteil von 74 Prozent die Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) an erster Stelle, gefolgt von Kurzsichtigkeit (54 Prozent) und Weitsichtigkeit (42 Prozent).

Regionale Unterschiede in der Nutzung

In absoluten Zahlen profitierten in den ersten sechs Monaten die meisten Kinder in Andalusien (66.659), Katalonien (53.038) und der Region Madrid (46.003). Betrachtet man jedoch die Zugangsrate pro 10.000 Einwohner im Kindesalter, zeigen andere Regionen eine besonders hohe Durchdringung. Dazu zählen Galicien, Kastilien-León, Kastilien-La Mancha und La Rioja, wo das Programm besonders gut angenommen wurde, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Die Zahlen belegen einen hohen ungedeckten Bedarf in der Bevölkerung. Das Programm "Plan Veo" ist für alle Familien zugänglich, unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Situation.


Quelle: 20minutos.es