Zugunglück in Urda fordert 14 andalusische Opfer

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Sevilla

Zugunglück in Urda fordert 14 andalusische Opfer

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die Bilanz des schweren Zugunglücks in der kastilischen Gemeinde Urda wird für Andalusien immer dramatischer: Inzwischen bestätigen die Behörden 14 Todesopfer mit Bezug zur südspanischen Region. Bei dem Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge am vergangenen Mittwoch kamen insgesamt 69 Menschen ums Leben, mehr als 200 wurden verletzt. An Bord der beiden Züge befanden sich 538 Passagiere.

Prominente Opfer aus Politik und Kultur

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, ist unter den Toten auch die frühere Arbeitsministerin Fátima Báñez. Die 59-Jährige, die in den Regierungen der Volkspartei (PP) das Ressort für Beschäftigung und Soziale Sicherheit leitete und zuletzt die Stiftung des Arbeitgeberverbands CEOE führte, saß in einem Zug des Betreibers Iryo, als dieser von einem Renfe-AVE gerammt wurde. Beide Züge waren von Madrid in Richtung Sevilla unterwegs, wo Báñez an einer Veranstaltung der andalusischen Unternehmervereinigung teilnehmen wollte.

Auch der Vater des sevillanischen Schauspielers César Vicente, bekannt aus Filmen wie „Dolor y gloria“ von Pedro Almodóvar, gehört zu den Todesopfern. Ebenso bestätigten Angehörige den Tod von Antonio Vázquez, einem bekannten Apoderado des Toreros Pablo Aguado. Seine Familie erhielt die offizielle Bestätigung am Freitagmittag.

Tragische Einzelschicksale

Der Granadiner Geschäftsmann Francisco J. R., genannt Curro, starb im Wagen 7 des Renfe-Zugs auf Sitzplatz 13C. Der 51-Jährige lebte in Madrid, pflegte aber enge Verbindungen in seine Heimatstadt. In Córdoba trauert man um Francisco José Barbero Liébanas: Der 32-jährige Student der Universität Jaén war auf dem Weg zu seinen Eltern, als der Unfall geschah. Auch eine 26-jährige Mallorquinerin mit familiären Wurzeln in Rute (Córdoba) verlor ihr Leben – sie war beruflich nach Sevilla unterwegs.

Der sevillanische Guardia-Civil-Beamte José Manuel Chacón, der seit fünf Jahren bei der Technischen Einheit der Justizpolizei in Madrid diente, befand sich ebenfalls unter den Passagieren. Auch David Martínez Méndez, ein 25-jähriger Madrider mit sevillanischen Wurzeln, starb bei dem Unglück – seine Familie hatte zuvor öffentlich nach ihm gesucht.

Zahlreiche weitere Opfer aus der Region

Der Ingenieur David Benítez aus Huelva, der in Sevilla lebte und Verbindungen zur Karwoche in Chiclana hatte, saß im Wagen 8 des verunglückten AVE. Die Provinz Sevilla verliert außerdem den Guardia Civil Juan José García Palacios aus El Palmar de Troya sowie einen Bewohner von Castillo de las Guardas.

Aus Málaga stammt der 22-jährige David Reina, ein Renfe-Techniker mit Eisenbahnausbildung, der seine Familie besuchen wollte. In Cuevas de San Marcos trauert man um María de los Ángeles M., eine Hostalbesitzerin, die vor etwa fünf Jahren aus Madrid in den Ort gezogen war.

Die Katastrophe von Urda übertrifft damit die Schwere des Zugunglücks von Adamuz (Córdoba) vom Januar dieses Jahres, bei dem 46 Menschen starben und 152 verletzt wurden. Die staatliche Untersuchungskommission für Eisenbahnunfälle (CIAF) hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.


Quelle: europapress.es

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