
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Wohnen und Ernährung fressen halbes Budget
Die neuesten Daten der Encuesta de Presupuestos Familiares (EPF) 2025 des spanischen Statistikamts INE belegen eine dramatische Entwicklung: Wohnen und Ernährung verschlingen mittlerweile fast die Hälfte des durchschnittlichen Haushaltsbudgets. Der genaue Wert liegt bei 49,2 Prozent – ein Anstieg, der vor allem auf die anhaltende Inflation und die weiter steigenden Immobilienpreise zurückzuführen ist.
Besonders betroffen sind Haushalte mit geringem Einkommen. Sie müssen im Schnitt 61,5 Prozent ihrer finanziellen Mittel für Hypothek oder Miete, Nebenkosten (Strom, Gas, Wasser) sowie Instandhaltung aufwenden. Das lässt kaum Spielraum für andere Ausgaben. Die monatliche Belastung allein durch die Wohnkosten erreicht bei dieser Gruppe 42 Prozent des Budgets – weit über der 35-Prozent-Schwelle, ab der die spanische Notenbank von finanzieller Überlastung spricht.
Durchschnittsausgaben auf Rekordniveau
Die Erhebung zeigt, dass die jährlichen Gesamtausgaben einer Durchschnittsfamilie bei 35.101 Euro liegen – ein neuer Höchststand seit Beginn der Aufzeichnungen. Das sind rund 1.000 Euro mehr als im Vorjahr, ein Plus von 3,1 Prozent. Mit 11.665 Euro entfällt der größte Posten auf die Wohnung (knapp ein Drittel), ein Anstieg um knapp sechs Prozent. Für Lebensmittel gaben die Haushalte im Schnitt 5.626 Euro aus, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. An dritter Stelle folgt der Verkehr mit 4.020 Euro (plus vier Prozent). Pro Kopf liegen die Ausgaben bei 14.066 Euro, ebenfalls drei Prozent über dem Vorjahreswert.
Regionale Unterschiede und Haushaltstypen
Die Belastung variiert stark nach Region und Lebenssituation. Am höchsten sind die Pro-Kopf-Ausgaben im Baskenland (16.642 Euro) und in Madrid (16.124 Euro). Die geringsten Werte verzeichnen Andalusien (12.197 Euro), Extremadura (12.346 Euro) und Murcia (12.408 Euro). Familien mit Kindern geben mit durchschnittlich 44.438 Euro am meisten aus, während Alleinlebende ab 65 Jahren auf 23.024 Euro kommen.
Während einkommensstarke Haushalte fast ein Drittel ihres Budgets für Transport, Restaurants, Freizeit und Kultur verwenden können, bleibt den ärmeren Haushalten dafür gerade einmal ein Anteil von 15,7 Prozent. Die Schere zwischen den Einkommensgruppen wird damit immer größer – ein Trend, den die Daten des INE bereits seit Jahren dokumentieren.
Quelle: INE, Encuesta de Presupuestos Familiares 2025
Quelle: 20minutos.es