Oppositionsführer stellt Bedingungen für Misstrauensantrag

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Spanien

Oppositionsführer stellt Bedingungen für Misstrauensantrag

von Jonas Beck

Madrid – Der Vorsitzende der spanischen Volkspartei (PP), Alberto Núñez Feijóo, erhöht den Druck auf die Koalitionspartner der Zentralregierung. Sollten die baskische PNV und die katalanische Gruppierung Junts auch nur „einen Anflug von Würde" zeigen, werde er innerhalb von 48 Stunden ein Misstrauensvotum beantragen. Das kündigte der Spitzenkandidat einer Zeitung gegenüber an und präzisierte die Bedingungen für einen solchen Schritt.

Bekenntnis zum Misstrauensantrag

Feijóo zufolge würden die Gespräche mit beiden Formationen andauern. Die Initiative für einen Abwahlantrag sei jedoch nur dann sinnvoll, wenn stattdessen tatsächlich Neuwahlen angesetzt werden könnten. „Ein Misstrauensvotum muss diesem Ziel dienen", stellte der Oppositionsführer klar. Ohne die notwendige parlamentarische Mehrheit sei ein derartiges Vorgehen allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nicht erfolgversprechend. Wie er weiter ausführte, halte er einen entsprechenden Antrag nur dann für Aussicht, wenn eine ganze Region wie das Baskenland ihre politische Haltung grundlegend ändere.

Warnung an die Adresse der Regierungspartner

Der ehemalige galicische Regierungschef drohte den bisherigen Unterstützern von Ministerpräsident Pedro Sánchez mit einem drastischen Wählerrückgang. „Die Wähler werden ihnen ihre Mitschuld an den Machenschaften der Regierung übel nehmen." Er attestierte den politischen Kräften, die dem amtierenden Ministerpräsidenten gegenwärtig die Treue hielten, eine „Mitschuld an dessen Fehlverhalten".

Gleichzeitig bestätigte der Parteivorsitzende Medienberichte, wonach er eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulativen Vereinigung Vox nicht grundsätzlich ausschließe. Allerdings werde diese nur dann stattfinden, „wenn die Umstände es erlauben". Ansonsten würden solche Prozesse in aller Offenheit und ohne Hintergedanken ablaufen.

Feijóo verwies zudem auf die jüngste Debatte um die Verteilung von minderjährigen Flüchtlingen. In diesem Zusammenhang forderte er die spanische Regierung auf, keine regionalen Sonderwege zuzulassen. Die von ihm geforderte Umverteilung müsse für alle gelten – und dürfe nicht an den Landesgrenzen enden.


Quelle: 20minutos.es