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Wert der Zapatero-Juwelen: 1,3 Millionen Euro
Gutachten ergibt hohen Materialwert
Eine von der Justiz eingeleitete offizielle Schätzung kommt zu dem Ergebnis, dass die im Rahmen einer Durchsuchung beschlagnahmten Schmuckstücke einen materiellen Wert von 1,3 Millionen Euro besitzen. Die Bewertung wurde von der Juwelierfirma Ansorena unter Mitwirkung des Spanischen Gemmologischen Instituts vorgenommen, wie von der Online-Zeitung Okdiario berichtet und von Verfahrensbeteiligten gegenüber der Nachrichtenagentur Europa Press bestätigt wurde.
Richter ordnete forensische Analyse an
Angeordnet hatte die Untersuchung Untersuchungsrichter José Luis Calama von der Audiencia Nacional. Er führt die Ermittlungen im sogenannten „Plus Ultra“-Verfahren, in dem es um mutmaßliche Vorteilsnahme im Zusammenhang mit einer staatlichen Rettungsmilliarde für die gleichnamige Fluggesellschaft geht. Wie aus dem entsprechenden Beschluss hervorgeht, sollte die Expertise „Natur, Echtheit und wirtschaftlichen Wiederbeschaffungswert“ der Stücke klären sowie Hersteller, Punzierung und ungefähres Herstellungsdatum feststellen. Richter Calama ließ die Analyse unter Eid durchführen; die Nationalpolizei dokumentierte die Vorgänge unter strenger Beachtung der Beweiskette.
Deutliche Diskrepanz zu früheren Angaben
Die Höhe des nun festgestellten Werts steht in markantem Kontrast zu früheren Einschätzungen. Luis Arroyo, Präsident des Ateneo de Madrid und autorisierter Sprecher des Ex-Regierungschefs, hatte den Wert der Schmuckstücke auf „zwischen 30.000 und 50.000 Euro“ veranschlagt. Auch unmittelbar nach der Beschlagnahme am 19. Mai hatten von dieser Zeitung konsultierte Experten den Wert einzelner, auffälliger Stücke mit silberner Fassung und Edelsteinen auf zwischen 50.000 und 150.000 Euro geschätzt, abhängig von der Qualität der Diamanten. Sie vermuteten damals bereits einen möglichen arabischen Ursprung als Geschenke von Staatsgästen.
Herkunft der Juwelen ungeklärt
Die Frage nach der Herkunft der bei Zapatero sichergestellten Uhren, Ketten und Armbänder bleibt weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Laut dem Polizeibericht führte die während der Durchsuchung anwesende Sekretärin des Ex-Präsidenten den Ursprung auf das Familienerbe von Zapateros Ehefrau Sonsoles Espinosa sowie auf „Reisegeschenke“ zurück. Die von den Experten geäußerte These eines arabischen Ursprungs als mögliche Geschenke von Mandataren wurde durch die gerichtliche Untersuchung bislang nicht bestätigt oder widerlegt. Eine umfassendere forensische Begutachtung, die weitere analytische Daten einbezieht, bleibt laut Richterbeschluss vorbehalten.
Die Untersuchung im „Plus Ultra“-Komplex geht der Frage nach, ob der sozialistische Ex-Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero als mutmaßlicher Kopf eines Netzwerks der Vorteilsbeschaffung agiert haben soll. Der Vorwurf bezieht sich auf die Gewährung einer staatlichen Bürgschaft in Höhe von 53 Millionen Euro für die Fluggesellschaft Plus Ultra während der Pandemie.
Quelle: 20minutos.es