Verschlossener Glanz: Der Millionenwert von Zapateros Juwelen

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Spanien

Verschlossener Glanz: Der Millionenwert von Zapateros Juwelen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die Affäre um den ehemaligen spanischen Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero nimmt konkrete Formen an: Im Rahmen eines Gerichtsverfahrens hat ein Gutachten nun den Wert der Schmuckkollektion offengelegt, die der Sozialist in einem Tresor in seinem Anwaltsbüro in Madrid aufbewahrt hatte. Das vom Ermittlungsrichter in Auftrag gegebene und nun zugänglich gemachte Dokument zeichnet das Bild eines außergewöhnlich hochwertigen Inventars – insgesamt taxieren die Sachverständigen die Stücke auf knapp 1,32 Millionen Euro.

Brillanten, Saphire und Rubine: Die teuersten Einzelstücke

Den größten Batzen der Summe machen aufwendig verarbeitete Ketten aus. Ein Collier aus Zambianischer Produktion sticht mit einem geschätzten Wert von 278.000 Euro hervor – es ist nahezu vollständig mit Diamanten besetzt und wird von zwei natürlichen Smaragden geziert. Nur wenig darunter liegt eine weitere Kette mit 13 Saphiren, die auf 220.000 Euro geschätzt wird. Ein drittes Exemplar, verziert mit Diamantbändern und fünf natürlichen Rubinen, bringt es auf stolze 155.000 Euro. Die Gutachter der Juwelierfirma Ansorera und des Spanischen Gemologischen Instituts attestieren den Steinen dabei höchste Qualitätsstufen bei Farbe und Reinheit.

Auch bei den Armbändern zeigt sich ein ähnliches Bild: Ein Exemplar mit drei Smaragden und Diamanten wurde mit fast 100.000 Euro bewertet. Zwei weitere Armreife aus Thailand mit sieben Saphiren beziehungsweise oval geschliffenen Rubinen folgen dicht dahinter mit Schätzungen von 80.000 und 72.000 Euro. Auffällig ist zudem ein großer Cocktailring, der aus Zambia stammt und mit einem natürlichen Smaragd besetzt ist – sein Wert wird mit rund 85.000 Euro angegeben, fast dreimal so viel wie ein weiterer Ring mit einem zentralen Rubin (26.500 Euro).

Ohrringe, Anhänger und die Sammleruhr

Das Portfolio umfasst darüber hinaus etliche Paar Ohrringe: Das teuerste Paar, gefertigt aus 18-karätigem Weißgold und bestückt mit vier Smaragden sowie Brillanten, erreicht einen Wert von 80.000 Euro. Direkt dahinter rangieren thailändische Ohrstecker mit acht natürlichen Saphiren, für die ein Experte 75.000 Euro veranschlagt. Interessanterweise finden sich im Tresor auch vier ähnliche Ketten aus grünen Fäden, deren Wert zwischen 500 und 4.000 Euro schwankt – eine davon besitzt einen Anhänger aus 22-karätigem Gelbgold, eine andere besteht aus ungeschliffenen Smaragdperlen aus Zambia.

Ein besonderes Kapitel sind die Uhren: Obwohl sie weit weniger wertvoll sind als die Hauptstücke, stechen Modelle der Marken Pierre Balmain (6.000 Euro) und Omega (3.000 Euro) hervor. Auch eine Taschenuhr von Longines wurde mit 3.000 Euro veranschlagt. Den Abschluss der Liste bildet eine Reihe von Stücken ohne materiellen Wert – wie Modeschmuck aus Kunstperlen – sowie eine silberne Sortija für schlappe 25 Euro.

Der Kontext der Ermittlungen

Die Veröffentlichung der Gutachten ist Teil der laufenden Vorermittlungen gegen den Ex-Premier. Die Justiz war auf die Wertgegenstände gestoßen, als es um Unregelmäßigkeiten bei der Finanzierung seiner Kanzlei ging. Das Gutachten selbst dient nun als Grundlage für die rechtliche Bewertung, ob die Herkunft der Luxusgegenstände plausibel erklärt werden kann. Wie die Madrider Tageszeitung 20minutos berichtet, steht die finale Entscheidung über eine mögliche Anklageerhebung noch aus, doch das präzise Inventar dürfte die Debatte über Zapateros Vermögensverhältnisse weiter anheizen. Ein Ende des Verfahrens ist vorerst nicht in Sicht.


Quelle: 20minutos.es