Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Drohende Bildungskrise in Valencia
Elterliche Sorge vor unbegrenztem Streik
Die Gefahr eines unbefristeten Streiks im Bildungswesen der Autonomen Gemeinschaft Valencia ab Mai hat die neue Vorsitzende der Elternvereinigung Fampa-València, Elisabet Garcia, zu einer deutlichen Stellungnahme veranlasst. In einem Gespräch mit Europa Press bezeichnete Garcia einen solchen Schritt als “bedauerlich”. Sie betonte jedoch, dass die Verantwortung für eine Lösung der Krise klar bei der Bildungsministerin der Regionalregierung, Carmen Ortí, liege. Diese müsse die zahlreichen Mängel im öffentlichen Schulsystem beheben.
Forderungen und Verhandlungsblockade
Der Konflikt entzündet sich an der von Lehrergewerkschaften als “Verweigerungshaltung” bezeichneten Weigerung der Regionalregierung (Generalitat), Verhandlungen über Arbeits- und Gehaltsverbesserungen aufzunehmen. Fampa-València unterstützt grundsätzlich die Forderungen des Lehrpersonals nach einer Gehaltserhöhung. “In jedem Job möchte man angemessen bezahlt werden”, so Garcia. Die Gewerkschaften verlangen zudem Investitionen in die Infrastruktur, eine Senkung der Schüler-Lehrer-Relation (Ratios) und eine stärkere Förderung der valencianischen Sprache.
Besonders gefährdete Schülergruppe
Garcia hob die besondere Verletzlichkeit einer bestimmten Schülergruppe hervor: “Es gibt Schülergruppen, insbesondere im zweiten Jahr der Oberstufe (Bachillerato), die viel zu verlieren haben.” Diese Schüler stünden unmittelbar vor den zentralen Abiturprüfungen (PAU), deren Ergebnisse für ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg entscheidend seien. Ein langwieriger Streik könnte diese Zukunftsperspektiven gefährden. Obwohl die Elternseite die Forderungen nach einer qualitativ hochwertigen öffentlichen Bildung unterstützt, hoffe man, dass es nicht zu einem unbefristeten Arbeitskampf komme. “Wir hoffen, dass es nicht so weit kommt, weil es ernste Probleme geben würde. Wir wollen das nicht”, erklärte Garcia.
Lösungsansatz liegt bei der Politik
Auf die Frage, wie die Gespräche wieder in Gang gebracht werden könnten, verwies die Elternvertreterin auf die Notwendigkeit von Verhandlungen auf beiden Seiten. Ihre Einschätzung der Lage ist jedoch eindeutig: “Die Pandemie, die Überschwemmungen… wir häufen Probleme an und die Situation wird immer schlechter”, konstatierte sie und wiederholte, dass die Lösung der vielfältigen Probleme in der Verantwortung von Bildungsministerin Ortí liege. Die Entscheidung, einen Streik zu vermeiden oder zu riskieren, liege damit letztlich in ihren Händen.