Streit um AVE-Termin: Zufall oder Strategie?

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Streit um AVE-Termin: Zufall oder Strategie?

von Redaktion

Wahlkampfgerüchte um Verkehrsprojekt

Die Ankündigung, die direkte Hochgeschwindigkeitszugverbindung (AVE) zwischen Madrid und Málaga ab dem 30. April wiederaufzunehmen, hat politischen Zündstoff geliefert. Kritiker sehen einen Zusammenhang mit dem beginnenden Wahlkampf für die andalusischen Regionalwahlen. Eine führende Sozialistin weist diesen Vorwurf nun entschieden zurück.

Wie María Márquez, Vizegeneralsekretärin der PSOE in Andalusien und Spitzenkandidatin für Huelva, gegenüber Journalisten erklärte, handle es sich bei dem Termin um eine “bloße Koinzidenz”. Die Regierung höre nicht einen einzigen Tag auf zu arbeiten. “Wenn der Zeitpunkt jetzt ist, dann deshalb, weil genau jetzt die notwendigen Umstände gegeben sind”, so Márquez laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Europa Press.

Sicherheit als Voraussetzung

Die Politikerin verwies darauf, dass die spanische Regierung von Anfang an klarstellte, die Verbindung erst dann wiederherzustellen, wenn alle Sicherheitsbedingungen erfüllt seien. Dies sei nun der Fall. Hintergründe legen nahe, dass es bei der vorübergehenden Einstellung der Direktverbindung technische und sicherheitsrelevante Gründe im Streckennetz gab.

Márquez kritisierte in diesem Zusammenhang scharf die oppositionelle Volkspartei (PP). Ihrer Ansicht nach werde das Thema für politische Zwecke instrumentalisiert. “Zu dieser Sache hat es viel Hörensagen, viele Lügen und viel böse Absicht seitens des Partido Popular gegeben”, erklärte sie. Ziel sei es gewesen, künstlich einen Konflikt und eine Debatte zu schüren – und das, obwohl Málagas Osterwoche historisch gute Wirtschaftsdaten verzeichnet habe.

Seriosität versus Taktik

Die Sozialistin stellte die Arbeitsweise ihrer Partei der ihrer Kontrahenten gegenüber. “Uns scheint, dass immer, wenn es ein Problem gibt, die PSOE mit Ernsthaftigkeit, Sorgfalt und Verantwortung reagiert”, führte sie aus. Man sei überzeugt, dass der jetzige Zeitpunkt gewählt wurde, um die Strecke gezielt zu reaktivieren und der Region einen Impuls zu geben.

Die Debatte zeigt, wie sehr große Infrastrukturprojekte im politischen Alltag oft zwischen sachlicher Notwendigkeit und taktischem Kalkül stehen. Ob die Wiederaufnahme des AVE tatsächlich ein glücklicher Zufall oder ein geschickt gewählter Startpunkt ist, bleibt wohl eine Frage der politischen Perspektive.

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