Madrids buntes Programm zum Welttag des Buches

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Madrid

Madrids buntes Programm zum Welttag des Buches

von Redaktion

Die Straßen, Bibliotheken und Museen der spanischen Hauptstadt verwandeln sich am Welttag des Buches in eine einzige große Bühne für die Literatur. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, hat sie für diesen Donnerstag ein breit gefächertes und dezentrales Programm auf die Beine gestellt, das Lesefreunde in jeden Winkel Madrids locken soll.

Vom Klassiker bis zum kreativen DIY

Ein zentraler Höhepunkt ist traditionell die öffentliche Lesung von Miguel de Cervantes’ “Don Quijote”. Diese findet im Rahmen der Arganzuela-Buchmesse auf dem Paseo de la Chopera statt und ist für alle Bürgerinnen und Bürger offen. Parallel dazu läuft in der städtischen Bibliothek Iván de Vargas eine Nonstop-Lesung des epochalen Werkes, eine Kooperation mit dem Círculo de Bellas Artes.

Doch das Angebot geht weit über den Klassiker hinaus. Über den Tag verteilt laden zahlreiche Stadtteilbibliotheken zu partizipativen Aktionen ein. In Aluche trainiert ein Workshop das literarische Gedächtnis, in Canillejas trifft sich ein spezieller Lesekreis und in der Mario Vargas Llosa-Bibliothek lesen Autorinnen und Autoren bei der Tertulia “El Escribidor” aus eigenen und fremden Werken. Sogar Handarbeit steht auf dem Plan: Die Bibliothek Iván de Vargas veranstaltet einen Näh- und Häkelworkshop mit literarischem Bezug.

Bookcrossing, Bingo und Frauen in der Literatur

Zum Mitmachen und Mitnehmen animieren Initiativen wie das “Bookcrossing” in der José Saramago-Bibliothek, bei dem Bücher getauscht werden können, oder ein literarisches Bingo in der Portazgo-Bibliothek für alle, die sich ein Buch ausleihen. Ein besonderer Fokus liegt auch auf der weiblichen Literaturszene: Die Bibliothek San Fermín widmet sich in einem Treffen ausschließlich den literarischen Werken von Frauen.

Am Nachmittag und Abend weitet sich das Programm auf Museen und andere kulturelle Einrichtungen aus. Das Geschichtsmuseum ehrt Mary Shelley zum 175. Todestag mit einer szenischen Lesung. Im Museum für zeitgenössische Kunst diskutieren Experten bei einem Rundtischgespräch über Madrid als Schauplatz in Romanen und Graphic Novels. Für musikalisches Flair sorgt unterdessen das Jazz-Quartett “Four Girls” in der Victor-Espinos-Musikbibliothek.

Die Zukunft des Buches und nächtliches Lesevergnügen

Auch aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen finden ihren Platz. Eine Podiumsdiskussion in der Bibliothek Iván de Vargas stellt die provokante Frage nach dem “Wert des Buches im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz”. Ein Kontrastprogramm dazu bietet die entspannte “Meet & Read”-Veranstaltung auf der Plaza Matadero. Bis in den späten Abend wird der Platz zur Open-Air-Lesezone mit musikalischer Untermalung, ein Angebot besonders für junge Publikum.

Das vielfältige Programm zeigt, dass der Welttag des Buches in Madrid nicht nur ein Fest für leidenschaftliche Leser ist, sondern auch ein lebendiges Community-Event, das Literatur mit Gespräch, Musik und gemeinsamen Erlebnissen verbindet.

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