
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Talía-Preise mit politischer Botschaft
Erfolge der Valencianer bei den Talía-Preisen
Die Academia de las Artes Escénicas de España (AAE) verlieh ihre Talía-Preise in der vierten Edition am vergangenen Samstag in den Teatros del Canal in Madrid. Wie von der Akademie bekannt gegeben wurde, konnten Künstler aus der Comunidad Valenciana vier der renommierten Auszeichnungen erringen.
Der Valencianer Enric García erhielt den Preis für die beste musikalische Leitung im Musiktheater für seine Arbeit an „Les Misérables“. Blanca Añón, ebenfalls aus Valencia, wurde für ihre Szenografie in „Orlando“ ausgezeichnet. Der Alicantiner Juanjo Llorens, ein regelmäßiger Preisträger, gewann die Auszeichnung für die beste Lichtregie für „Godspell“ – ex aequo mit Pilar Valdelvira („Fuenteovejuna“). In der Sparte Texttheatre sicherte sich Mamen García den Talía als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle in „Caperucita en Manhattan“.
Politische Statements dominieren die dreistündige Gala
Die von Jorge Blass und Carmen Conesa geleitete Veranstaltung, zu которой auch Kulturminister Ernest Urtasun und der Präsident der Filmakademie Fernando Méndez-Leite erschienen, wurde laut Berichten der anwesenden Medien deutlich von politischen Botschaften geprägt. Mehrere Laudatoren und Preisträger nutzten ihre Redebeiträge für Statements zur Unterstützung Palästinas.
Der Schauspieler Ángel Ruiz, Talía-Preisträger als bester Hauptdarsteller im Texttheater für „El rey de la farándula“, trug demonstrativ einen Pin mit einer Wassermelone, einem Symbol der palästinensischen Solidarität. Tagore González, Preisträger für die beste Originalmusik („Memorias de Adriano“), zeigte einen Pin mit der Flagge Palestinas. Der während der gesamten Gala häufig zu hörende Ausruf „Viva Palestina libre“ dokumentierte, wie die Veranstaltung von der Kunstverleihung zu einer Plattform politischer Meinungsäußerung wurde.
Weitere Hauptpreisträger und thematische Reden
Neben den bereits genannten Valencianern wurden weitere bedeutende Produktionen ausgezeichnet. Das Stück „Esencia“ von Ignacio García May (Eduardo Vasco) gewann die Talías für das beste Texttheater-Spektakel und die beste Autorenleistung. Nathalie Poza wurde als beste Hauptdarstellerin für „Un tranvía llamado deseo“ prämiert.
Juan Carlos Rubio, der den Preis für die beste Regie für „Música para Hitler“ erhielt, würdigte in seiner Rede den Cellisten Pau Casals, der sich weigerte, für Hitler zu spielen. Rubio widmete den Preis „all den bekannten und unbekannten Menschen, die jeden Tag Nein zum Horror und Ja zur Freiheit und zum Frieden sagen“.
Im Bereich Musiktheater war „Les Misérables“ von ATG Entertainment España der dominierende Gewinner, der alle vier angestrebten Preise – neben der musikalischen Leitung auch die Auszeichnungen für beste Hauptdarsteller (Adrián Salzedo), beste Nebendarstellerin (Teresa Ferrer) und beste Produktion – erhielt.
Appelle für mehr Unterstützung der darstellenden Kunst
Die valencianische Präsidentin der AAE, Magüi Mira, nutzte ihren Schlussappell, um die politischen Vertreter im Saal direkt auf die Bedeutung der Kulturförderung hinzuweisen. „Wir sind ein fruchtbarer Land, die Kultur wächst, es ist ein wunderbarer Moment, aber was tun wir?“, fragte Mira. Sie betonte, dass viele Familien von dieser Kunst leben, aber mehr Unterstützung benötigen: „Bitte, unterstützen Sie die Kultur.“
Sie verteidigte die darstellenden Kunst als „unbesiegbar“ und stellte ihren Wert für den gesellschaftlichen Dialog heraus: „In der darstellenden Kunst erschaffen wir eine neue Gegenwart, jede Sekunde verdrängt die vorherige und wir erschaffen wieder eine Gegenwart. Und diese Gegenwart führt uns zum Dialog, der die Basis der Demokratie ist.“
Der Preis für die berufliche Lebensleistung wurde an María Galiana verliehen, die ihn von ihrem Kollegen Miguel Rellán erhielt. Die bescheiden auftretende Schauspielerin gab an, sie sei nicht sicher, ob sie den Preis verdiene, aber sie werde ihn mit Dankbarkeit und Verpflichtung akzeptieren.
Quelle: Informationen basieren auf der offiziellen Preisverleihung der Academia de las Artes Escénicas de España sowie Berichten von Medien, die bei der Gala in Madrid anwesend waren.
Quelle: europapress.es