Sánchez verteidigt Zapatero und hält an Legislatur fest

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Madrid

Sánchez verteidigt Zapatero und hält an Legislatur fest

von Clara Weber

Regierung spricht von „impekkablem“ Verfahren

Trotz neuer Vorwürfe in einem Ermittlungsverfahren hält Ministerpräsident Pedro Sánchez weiterhin an der Unschuld seines parteiinternen Vorgängers José Luis Rodríguez Zapatero fest. Wie Regierungssprecherin Elma Saiz nach einer Ministerratssitzung in Madrid erklärte, sieht die Regierung keinen Anlass, sich zu dem laufenden Fall zu äußern. Sie berief sich dabei auf die Unschuldsvermutung. Zugleich verteidigte das Kabinett erneut die im Jahr 2020 gewährte staatliche Rettungshilfe für die Fluggesellschaft Plus Ultra als rechtmäßig und transparent.

Unterschiedlicher Umgang mit laufenden Verfahren

Auffällig war dabei der Unterschied im Umgang mit zwei parallel laufenden Ermittlungen. Während sich die Regierung zu den Vorwürfen gegen Zapatero nicht äußern wolle, nahm sie sehr wohl zu einem Verfahren gegen Begoña Gómez, die Ehefrau des Ministerpräsidenten, Stellung. Saiz kritisierte hier die öffentliche Darstellung und betonte, die Wahrheit werde sich durchsetzen. Dieses unterschiedliche Vorgehen sorgte für politischen Gesprächsstoff.

Keine neue Prüfung der Rettungsmilliarde

Konkret ging es in der Sitzung auch um die Frage, ob die umstrittene Staatshilfe für Plus Ultra einer erneuten Prüfung unterzogen werden soll. Dies lehnte die Regierung entschieden ab. Hintergrund sind Ermittlungserkenntnisse, laut denen die Fluglinie nach der Rettung Millionenbeträge an ein internationales Geflecht von Gesellschaften weitergeleitet haben soll, das mit Geldwäsche in Verbindung gebracht wird. Die Sprecherin führte eine ganze Reihe von Instanzen an – von einem Untersuchungsrichter über die Europäische Kommission bis zum Rechnungshof –, die das Rettungsverfahren bereits geprüft und für korrekt befunden hätten. Eine erneute Überprüfung sei daher nicht geplant, so die einhellige Position der Regierung.

Legislatur soll bis zum Ende ausgeschöpft werden

Trotz wachsender Unruhe in den eigenen Reihen und Forderungen von Koalitionspartnern nach vorgezogenen Neuwahlen hält Sánchez an seinem Plan fest, die laufende Legislaturperiode regulär zu Ende zu führen. Die Stabilität der Regierung sei das wichtigste Werkzeug, um weitere Reformen umzusetzen, betonte Saiz. Sie rief die Koalitionspartner dazu auf, „nicht aufzugeben“ und weiter für die geplanten Gesetze zu kämpfen. Der Ministerpräsident selbst nahm an der Sitzung nicht teil; er hielt sich zu einem UN-Termin und einem Treffen mit dem Papst im Vatikan in Rom auf. Bericht basierend auf Regierungsinformationen und parlamentarischen Quellen.


Quelle: 20minutos.es