Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Sumar vor entscheidender Versammlung
Turbulenzen vor der Generalversammlung
Die Lage im Movimiento Sumar ist angespannt. An diesem Donnerstag trifft sich der Koordinierungsausschuss, um die wohl schwierigste Generalversammlung in der dreijährigen Geschichte der Formation vorzubereiten. Im Raum steht die komplette Erneuerung der Führungsgremien. Doch statt Einigkeit herrscht offener Konflikt, angefacht durch eine Reihe öffentlicher Vorwürfe und Rücktritte.
Auslöser der aktuellen Eskalation ist ein Schreiben von Laura Moreno, der ehemaligen Organisationssekretärin der Partei. Wie aus der Korrespondenz hervorgeht, soll gegen die aktuelle Generalkoordinatorin Lara Hernández aufgrund einer Beschwerde von „sechs hochrangigen institutionellen und organisatorischen Führungskräften“ ein internes Untersuchungsverfahren wegen Belästigung am Arbeitsplatz eingeleitet worden sein. Morenos Brief sorgte für erhebliche Unruhe.
Vorwurf der „Hexenjagd“ und Machtkampf
Aus dem Umfeld von Lara Hernández wird die gesamte Angelegenheit scharf zurückgewiesen. Vertraute der Koordinatorin sprechen gegenüber Medien von einer „Hexenjagd“. Ein kritischer Flügel innerhalb der Partei versuche, sich die Kontrolle über Sumar zu sichern, und gehe dabei gezielt gegen Hernández vor. Angeblich sei sie nicht einmal offiziell über das mutmaßliche Verfahren informiert worden.
Hinter den Kulissen tobt ein Machtkampf. Die angespannte Situation beschreiben die befragten Quellen als „kafkaesk“ und vergleichen die Partei mit einer „Grillen-Kiste“. Sie werfen der Gegenseite vor, Hernández als „Tyrannin“ darstellen zu wollen. „Sie wird zermürbt“, so der Tenor. Der kritische Flügel soll favorisieren, dass künftig Verónica Martínez Barbero die Führung von Sumar übernimmt.
Führungsvakuum und öffentliche Angriffe
Die Parteistrukturen sind derzeit ohnehin geschwächt. Seit dem Rücktritt von Carlos Martín im August letzten Jahres, der gemeinsam mit Hernández die Koordination innehatte, ist eine der beiden Führungspositionen nicht mehr besetzt – ein Punkt, den auch Laura Moreno in ihrem Schreiben kritisierte. Die Abgänge reißen nicht ab: Neben Martín verließen in den letzten Monaten auch die ehemalige Kommunikationskoordinatorin Elisabeth Duval, der Kommunikationssekretär David Comas und zuletzt Moreno als Nummer drei die Partei.
Die Konflikte werden zunehmend öffentlich ausgetragen. Elisabeth Duval machte auf der Plattform X direkt Lara Hernández für die Misere verantwortlich: „Lara Hernández, die seit Monaten die Statuten verletzt, mit einer offenen Untersuchung wegen Belästigung am Arbeitsplatz, beschuldigt des Betrugs bei internen Vorwahlen von ihrer eigenen ehemaligen Organisationssekretärin, sollte zurücktreten und sich nicht der nächsten Versammlung von Sumar stellen.“
Gelassenheit bei den Bündnispartnern
Während Sumar mit sich selbst beschäftigt ist, zeigen sich die anderen Parteien des Wahlbündnisses – Izquierda Unida (IU), Comuns und Más Madrid – deutlich gelassener. Sie sehen die internen Querelen nicht als Gefahr für die geplante Neugründung der Allianz. Man habe noch keinen neuen Spitzenkandidaten gefunden, nachdem Yolanda Díaz auf eine erneute Kandidatur bei den nächsten Parlamentswahlen verzichtet hatte, aber der Prozess laufe unabhängig von den Problemen bei Sumar weiter.
Einige Quellen aus dem Bündnis räumen zwar ein, dass die öffentliche Wahrnehmung der Streitigkeiten nicht ideal sei. Sie verweisen aber darauf, dass Movimiento Sumar trotz seiner Gründung durch Díaz als Motor der Koalition letztlich die kleinste Formation darin sei. Wichtig sei, dass mögliche Untersuchungen ihre ordentlichen Wege gehen und dass zwischen Anschuldigung und Beweis unterschieden werde.
Auch der Minister für Soziale Rechte, Pablo Bustinduy, äußerte sich. Er betonte die Notwendigkeit, die „internen Abläufe“ von Sumar zu respektieren. Zugleich rief er die Linke dazu auf, sich auf „das zu konzentrieren, was den Menschen wirklich wichtig ist“, und weniger auf das „Innenleben“ der Parteien.
Die für den 11. Juli ins Auge gefasste Generalversammlung wird nun zeigen, ob Sumar aus der tiefen Krise findet und eine neue, stabile Führung hervorbringen kann.
Quelle: 20minutos.es