Sumar sieht sich als einzige linke Alternative

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Madrid

Sumar sieht sich als einzige linke Alternative

von Clara Weber

Neuer Kurs für die spanische Linke

Die linksgerichtete Plattform Sumar hat ihr politisches Leitbild aktualisiert und stellt sich darin als die einzig wahre Alternative zur regierenden Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) dar. In einem Dokument, das die Bewegung für ihren anstehenden Bundesparteitag am 11. Juli vorgelegt hat, wird der PSOE als durch Korruption handlungsunfähig und als „Fabrik der Enttäuschung und der traurigen Leidenschaften“ beschrieben. Die interne Lage von Sumar ist jedoch selbst angespannt, wie die Zeitung 20minutos berichtet. Gegen die Generalkoordinatorin Lara Hernández werden Vorwürfe der Belästigung am Arbeitsplatz erhoben, was von ihren Unterstützern als „Hexenjagd“ kritisiert wird.

Mehr Gewicht für regionale Kräfte

Ein zentraler Punkt der neuen Strategie ist die stärkere Einbeziehung regionaler und separatistischer Kräfte. Sumar analysiert die jüngsten Wahlergebnisse in Aragon und Andalusien, wo Parteien wie die Chunta Aragonesista und Adelante Andalucía deutlich besser abschnitten als die gesamtspanische Linksallianz. Während man nicht so weit geht wie der ehemalige Parlamentsabgeordnete Gabriel Rufián, der die „gesamtsstaatlichen Linken“ zum Problem erklärt, betont Sumar die Notwendigkeit, den „soberanistischen Kräften“ in künftigen Wahlbündnissen mehr Raum zu geben.

„Die Verteidigung der Einheit der gesamtstaatlichen Linken war nicht ausreichend“, heißt es in dem Papier. Man wolle zwar keine gemeinsame Organisation mit Kräften bilden, die andere Staatsvorstellungen haben, aber sehr wohl ein gemeinsames Programm und ein situatives Bündnis.

Vorwürfe gegen den Koalitionspartner

Sumar nutzt das 26-seitige Dokument auch, um sich als progressiver Motor innerhalb der derzeitigen Koalitionsregierung zu profilieren. Dem größeren Partner PSOE wird vorgeworfen, sich im Parlament oft mit der konservativen Mehrheit zu verbünden, „um das Tempo und die Intensität der Veränderungsvorschläge zu bremsen, wann immer es möglich ist“.

Die zunehmende Politikverdrossenheit unter Wählern der Linken führt Sumar direkt auf die sozialistische Partei zurück. Die jüngsten Korruptionsfälle – von der möglichen Einflussnahme auf die Justiz bis hin zu Ermittlungen gegen frühere Minister – hätten das Vertrauen der Bürger zutiefst erschüttert. Gleichzeitig räumt man ein, dass auch die als „lawfare“ (Rechtsmissbrauch) bezeichneten Verfahren gegen progressive Politiker zur Ermüdung des Lagers beigetragen haben.

Offene Listen und die Suche nach Führung

Organisatorisch setzt sich Sumar für die Bildung einer „breiten Front“ der Linken mit einheitlichen Regeln ein. Ein zentrales Instrument sollen offene Vorwahlen für die Aufstellung von Wahllisten sein – ein System, das der kleineren Partei innerhalb des Bündnisses Vorteile verschaffen könnte.

Nach dem Rückzug von Gründerin Yolanda Díaz sieht die Bewegung die dringende Notwendigkeit, „eine klare Führung und eine attraktive gemeinsame Linie“ aufzubauen. Über die künftige Führungsspitze und eine mögliche Wiederannäherung an Podemos wird noch diskutiert. Als neue Initiative kündigte Sumar die Gründung eines eigenen Jugendverbandes mit eigener Rechtsform und Satzung an, der kritisch und autonom die Interessen der jungen Generation vertreten soll.


Quelle: 20minutos.es

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