
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Streit um Preise für geförderten Wohnungsbau
Die valencianische Sozialistische Partei (PSPV-PSOE) erhebt schwere Vorwürfe gegen die Wohnungspolitik der regionalen Konservativen. Laut deren Wohnungsbauexperten Alberto Aznar hat die Regierung unter Präsident Juanfran Pérez Llorca die Preisobergrenzen für sogenannte "Vivienda Protegida", also preisgebundenen Wohnraum, drastisch angehoben.
Massive Preiserhöhung für sozialen Wohnungsbau
Konkret, so Aznar in einer schriftlichen Erklärung, sei der Richtpreis pro Quadratmeter um fast 200 Euro gestiegen. Dieser Schritt komme in einem Marktumfeld, in dem die Preise für frei finanzierte Immobilien ohnehin bereits stark anziehen. Als Beispiel führt der Politiker eine durchschnittliche geförderte Wohnung mit 100 Quadratmetern ohne Stellplatz oder Keller an: Diese werde nun inklusive Steuern, Nebenkosten und Maklerprovision pauschal mit 257.000 Euro zu bewerten sein – und das gleichermaßen in Großstädten wie in kleinen und mittleren Gemeinden der gesamten Region Valencia.
Opposition wirft Regierung soziale Blindheit vor
"Diese Preise sind alles andere als erschwinglich", kritisiert Aznar. Er forderte die Regionalregierung auf, diese Politik sofort zu korrigieren, da sie die Realität von jungen Menschen und Familien vollständig ignoriere. Die Wohnungspolitik der Volkspartei (PP) entferne sich zunehmend von den Grundsätzen einer sozialen Wohnraumpolitik. "Sie behandeln öffentlichen Wohnraum wie ein Luxusgut zu Goldpreisen, obwohl es sich um ein Grundrecht handelt", so der Sozialist. Die Regierung handle, wie sie es immer getan habe: Sie betrachte Wohnen als reines Geschäft und mache Politik für Bauunternehmer und Bauträger, nicht für die Bürger Valencias.
Forderung nach Umsetzung des Wohnraumgesetzes
Als Konsequenz aus der umstrittenen Preisanpassung verlangt Aznar von Präsident Pérez Llorca die umgehende und vollständige Anwendung des geltenden Wohnraumgesetzes. Der Vorwurf: "Die Valencianer zahlen nur aufgrund des politischen Sektierertums ihres 'Präsidenten' mehr für ihre Wohnung." Die Kritik erfolgt vor dem Hintergrund des jüngsten Skandals um preisgebundene Wohnungen in Alicante, den der PSPV-PSOE als weiteres Beispiel einer verfehlten Politik wertet.
Die erhobenen Vorwürfe und Zahlen basieren auf der Pressemitteilung des PSPV-PSOE vom 10. Mai. Eine offizielle Stellungnahme der Regionalregierung zu den konkreten Preisvorwürfen liegt der Redaktion zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vor.