
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Hantavirus-Verdacht: Vierte PCR negativ
Ein viertes Mal Entwarnung
Die vierte molekularbiologische Untersuchung auf Hantavirus bei der 32-jährigen Patientin in Alicante ist negativ verlaufen. Das gab die Regionalregierung der Comunidad Valenciana am heutigen Samstag bekannt. Damit bleibt der Status quo erhalten: Die Frau wird weiterhin in einem alicantinischen Krankenhaus behandelt und isoliert, obwohl sich der konkrete Verdacht auf eine gefährliche Viruserkrankung abermals nicht bestätigt hat.
Protokollarische Strenge trotz entkräfteter Verdachtsmomente
Die Gesundheitsbehörden halten an ihren umfassenden Sicherheitsvorkehrungen fest – und das zu Recht. Nach einer europäischen Warnmeldung und in Abstimmung mit dem spanischen Gesundheitsministerium wurde die Kontaktperson vor knapp zehn Tagen, am 8. Mai, unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen per Spezialambulanz in die Klinik gebracht. Dort wurde sie umgehend in einem Raum mit Unterdruck untergebracht und via gesichertem, von anderen Patienten und Personal separiertem Korridor transportiert. Diese rigiden Maßnahmen, so die Generalitat, dienen dem Schutz der Bevölkerung und des medizinischen Personals.
Diese Vorsicht wird nun, wie die Regionalverwaltung mitteilte, gelockert, aber nicht aufgehoben. Ab kommenden Montag darf die Patientin Besuch von engsten Familienangehörigen empfangen – jedoch nur zu eingeschränkten Zeiten und ausschließlich, wenn die Besucher die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen. Ein speziell erstelltes Klinikprotokoll soll jede Interaktion regeln.
Der Weg zur endgültigen Klärung
Die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Am kommenden Freitag, dem 22. Mai, entnehmen die Ärzte erneut eine Probe für einen weiteren PCR-Test. Diese wird, wie schon die vorhergehenden, erneut dem nationalen Referenzzentrum für Mikrobiologie zur Analyse vorgelegt. Erst eine Serie negativer Befunde wird den Verdacht endgültig ausräumen und die aufwendigen Isolationsmaßnahmen beenden.
Die Ereignisse zeigen exemplarisch, wie das Gesundheitswesen auf potenzielle Gefahren reagiert: übereilt und mit maximaler Schlagkraft, auch wenn sich der Auslöser später als Fehlalarm erweisen könnte. Kritiker mögen von übertriebenem Aktionismus sprechen. Doch in einer globalisierten Welt, in der Erreger binnen Stunden Kontinente überwinden, ist die frühzeitige und entschlossene Abriegelung eines Verdachtsfalls die einzig vertretbare Strategie. Die Kosten – sowohl finanziell als auch für die individuelle Freiheit der Betroffenen – sind in diesem Kalkül sekundär. Die alicantinischen Behörden handelten, wie berichtet wird, strikt nach dem Protokoll des Ministeriums. Ob dieses Protokoll im Angesicht eines viermal entkräfteten Verdachts Anpassungen benötigt, ist eine Frage, die sich die Gesundheitspolitik stellen muss.
Quellen: Mitteilung der Generalitat Valenciana, Protokolle des spanischen Gesundheitsministeriums, Europäisches Frühwarn- und Reaktionssystem (EWRS).
Quelle: europapress.es