
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Streikende Ärzte kritisieren Sánchez scharf
Regierungschef bleibt hart – Gewerkschaften reagieren enttäuscht
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die Bitte der Ärztegewerkschaften um ein direktes Eingreifen im Tarifkonflikt zurückgewiesen. In einem Schreiben an das Streikkomitee erklärte Sánchez, das Gesundheitsministerium unter Mónica García sei der zuständige Ansprechpartner für Verhandlungen. Eine persönliche Beteiligung des Regierungschefs lehnte er damit klar ab.
Formale Antwort ohne Entgegenkommen
Die Mitteilung, die nicht vom Premierminister selbst, sondern von seinem Kabinettsdirektor Diego Rubio unterzeichnet wurde, sorgt bei den Medizinervertretern für Verstimmung. Die Gewerkschaften – darunter die CESM, der SMA, Metges de Catalunya, AMYTS, das SME und O'MEGA – werfen Sánchez vor, sich "auf die Seite zu stellen" und die Tragweite des Konflikts zu unterschätzen. In einer Stellungnahme heißt es: "Im Text ist kein Funken Besorgnis über die Auswirkungen des Streiks auf die Patientenversorgung zu erkennen."
Hintergrund des Tarifkonflikts
Der Streik richtet sich gegen das neue Statut Marco, das die Arbeitsbedingungen für Ärzte reformieren soll. Die Mediziner fordern ein eigenes Statut, das ihre besonderen beruflichen Anforderungen berücksichtigt. Die bisherigen Verhandlungen führten zu fünf Wochen Arbeitsniederlegungen in diesem Jahr, eine Fortsetzung im Herbst gilt als wahrscheinlich.
Sánchez wies in dem Schreiben darauf hin, dass der Text bereits im Januar zwischen dem Ministerium und anderen Gewerkschaften vereinbart wurde. Die Reform befinde sich derzeit in der öffentlichen Anhörungsphase, bevor sie in den Kongress eingebracht werde. Dort könne das Streikkomitee seine Forderungen einbringen – ein Vorschlag, den die Ärztevertreter als unzureichend betrachten.
Keine Entspannung in Sicht
Die Gewerkschaften hatten nach einer längeren Streikphase eine Sommerpause angekündigt, drohen jedoch mit einem "heißen Herbst". Sollte es bis dahin keine Bewegung geben, könnten die Arbeitsniederlegungen ab September in einen unbefristeten Streik übergehen. Die Fronten bleiben damit vorerst verhärtet. Wie 20minutos berichtet, sehen die Ärzte in der Antwort des Premierministers einen klaren Hinweis darauf, dass Sánchez wenig Interesse an einer Lösung des von ihm selbst mitverursachten Konflikts habe.
Quelle: 20minutos.es