
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Stille Anteilnahme nach dem Tod von Jesús de Miguel
Ein Schock sitzt tief
Einen Tag nach dem tragischen Unfall im Spiel gegen Andorra ist die Stimmung auf Teneriffa von Fassungslosigkeit geprägt. Der Club und seine Anhänger müssen den plötzlichen Tod von Jesús de Miguel verkraften, der am Montagabend nach einem Zusammenprall mit dem gegnerischen Torhüter ins Krankenhaus eingeliefert worden war und dort am Dienstagmorgen seinen Verletzungen erlag. Die Trauer ist in der ganzen Stadt spürbar, wie ein Blick auf die Szenerie vor dem Heliodoro-Rodríguez-López-Stadion zeigt.
Ein Altar aus Trikots und Blumen
Bereits am Vormittag hatte die Federación de Peñas, der Dachverband der Fanclubs, zu einer stillen Gedenkveranstaltung an der Stadiontür 9 aufgerufen. Mehrere hundert Menschen folgten dem Aufruf, darunter auch Santa Cruz' Bürgermeister José Manuel Bermúdez und weitere Lokalpolitiker. Aus den mitgebrachten Fanartikeln, Schals und Trikots ist im Laufe des Tages ein provisorisches Denkmal entstanden. Zwischen Blumen und handschriftlichen Botschaften finden sich immer wieder Bezüge zu De Mujors bekanntestem Spitznamen: „Siempre serás un chicharrero" (Du wirst immer einer von uns sein) ist auf einem der Spruchbänder zu lesen.
Die Stimmung der Versammelten schwankt zwischen tiefer Niedergeschlagenheit und aufkommender Wut. Immer wieder sind Rufe wie „No más violencia en el fútbol" zu hören, die sich klar gegen die Härte des Zweikampfs richten, der zu dem Unglück führte. Viele Fans berichten, sie hätten die Nacht nach der Nachricht vom Tod des Spielers nicht schlafen können und seien am Montag noch weinend aus dem Stadion gegangen.
Ein Vermächtnis, das bleibt
Die Fanvertretung verlas im Rahmen der Zeremonie ein Manifest, in dem an die Verdienste des 26-Jährigen erinnert wird. De Migue, der erst vor anderthalb Jahren vom Festland zu den Insulanern gestoßen war, hatte maßgeblichen Anteil am Aufstieg des Klubs in die zweite Liga und wurde dafür von den Anhängern gefeiert. Sein Einsatz und seine Identifikation mit dem Verein hätten ihm innerhalb kürzester Zeit einen festen Platz in der Vereinsgeschichte gesichert. „Unser Tempel wird dich nie vergessen", hieß es in der Stellungnahme.
Einige Stimmen aus der Menge fordern, dass das Trikot mit der Nummer 9 nicht mehr vergeben wird. Ob der Verein diesem Wunsch entspricht, ist bislang offen.
Wege der Trauer
Der Spieler, dessen Familie ursprünglich aus der Gemeinde Navahermosa in der Provinz Toledo stammt, soll dort auch beigesetzt werden. Eine Abordnung der Mannschaft hat angekündigt, an der Beerdigung teilzunehmen. Zuvor wird es am Mittwochvormittag eine weitere Schweigeminute vor dem Cabildo-Gebäude geben. Den vorläufigen Höhepunkt der Trauerfeierlichkeiten bildet eine öffentliche Messe am Samstagnachmittag im Stadion, die der Bischof der Diözese Teneriffa, Eloy Santiago, zelebrieren wird.
Wie die Lokalzeitung Diario de Avisos unter Berufung auf Vereinskreise berichtet, wird die Mannschaft zudem psychologische Betreuung erhalten, um das Erlebte zu verarbeiten.
Quelle: europapress.es