Spanien auf Platz zwei in Europa

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Spanien

Spanien auf Platz zwei in Europa

von Clara Weber

Wohneigentum in Spanien: Hohe Quote, aber rückläufiger Trend

Spanien zählt zu den Ländern mit den meisten Eigenheimbesitzern in Europa. Laut dem aktuellen Jahresbericht des Observatorio de Vivienda y Suelo, der auf Daten von Eurostat basiert, liegt der Anteil der Eigentümer bei 73,6 Prozent. Damit belegt das Land den zweiten Platz hinter Italien mit 77 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Quote bei nur 47,2 Prozent, in Österreich bei 54,2 Prozent.

Doch die Zahl der Eigentümer schrumpft. In den letzten 15 Jahren ist der Anteil um 6,2 Prozentpunkte gesunken – von 79,8 auf 73,6 Prozent. Dieser Rückgang ist Teil eines europäischen Trends, von dem nur Italien und die Niederlande ausgenommen sind. In Italien stieg die Eigentümerquote sogar von 72,6 auf 77,1 Prozent.

Preisexplosion und angespannter Markt

Der spanische Immobilienmarkt leidet unter einem erheblichen Angebotsdefizit. Die Nachfrage übersteigt das verfügbare Angebot bei Weitem, was die Preise in die Höhe treibt. Wie das spanische Statistikamt INE berichtet, verteuerten sich Immobilien im Jahr 2025 im Schnitt um 12,7 Prozent – der stärkste Anstieg seit 2007, dem Höhepunkt der letzten Immobilienblase. Damit setzt sich der Aufwärtstrend des Vorjahres (+8,4 Prozent) fort und markiert das zwölfte Jahr in Folge mit Preissteigerungen.

Mietmarkt unter Druck

Trotz der hohen Eigentümerquote gewinnt der Mietmarkt an Bedeutung. Lebten 2010 nur 20,2 Prozent der Spanier zur Miete, waren es 2025 bereits 26,4 Prozent. Dennoch liegt Spanien damit unter dem EU-Durchschnitt von 31 Prozent. Besonders ausgeprägt ist der Mietmarkt in Deutschland, wo mehr als die Hälfte der Bevölkerung (53 Prozent) zur Miete wohnt. Auch in Österreich (46 Prozent), Dänemark (42 Prozent) und Frankreich (39 Prozent) ist der Anteil deutlich höher.

Die Mietpreise in Spanien steigen weiter, wenn auch etwas moderater als im Vorjahr. Laut dem Portal Fotocasa lag der Anstieg 2025 bei 6,9 Prozent (14,21 Euro pro Quadratmeter), während Idealista einen Zuwachs von 8,5 Prozent (14,7 Euro pro Quadratmeter) verzeichnete. Zum Vergleich: 2024 betrug der Anstieg noch 11,5 Prozent. Das Portal Pisos.com meldete sogar einen Preissprung von 16,6 Prozent im Jahresvergleich.


Quelle: 20minutos.es