Schusswechsel in Terrassa: Beamte außer Lebensgefahr

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Terrassa

Schusswechsel in Terrassa: Beamte außer Lebensgefahr

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Nächtliche Patrouille endet im Kugelhagel

Es hätte eine Routinekontrolle werden sollen, wurde aber zur blutigen Realität: In der Nacht zum Freitag sind zwei Beamte der Guardia Civil bei einem Schusswechsel mit flüchtenden Verdächtigen in Terrassa (Barcelona) schwer verletzt worden. Die Behauptung der Generaldirektion, beide Männer seien „außer Lebensgefahr“, klingt nach diesen Ereignissen beinahe wie ein Wunder – denn einer der Beamten wurde von vier Kugeln getroffen.

Brutale Eskalation an der AP-7

Was war passiert? Die Beamten entdeckten gegen Mitternacht an der Mautstelle „Puerta de Barcelona“ der AP-7 einen Wagen, der ihnen „verdächtig“ vorkam. Statt sich einer Identitätskontrolle zu stellen, raste der Fahrer davon und versuchte, die Ordnungshüter zu überrollen. Eine Verfolgungsjagd durch die nächtlichen Straßen Kataloniens nahm ihren Lauf – mit einem vorläufigen Endpunkt im Barri de Can Parellada, einem Wohnviertel in Terrassa.

Dort, so der offizielle Bericht, stellten die Beamten das Fahrzeug kurz nach 22.30 Uhr. Doch anstatt sich zu ergeben, eröffneten die Insassen sofort das Feuer auf die Polizisten. Diese hätten „die Aggression mit ihren Dienstwaffen erwidert“, heißt es in der Stellungnahme der Behörden – eine Formulierung, die in Spanien mittlerweile Standard ist, wenn es darum geht, die Anwendung tödlicher Gewalt zu rechtfertigen. Kritiker fragen sich jedoch, warum die Beamten bei einer Verkehrskontrolle derart massiv unter Beschuss geraten konnten, ohne dass die Lage zuvor eskalierte.

Verwundet, aber nicht besiegt

Das Ausmaß der Gewalt ist erschreckend: Ein Beamter erlitt vier Treffer, sein Kollege wurde von mindestens einer Kugel getroffen. Dass beide noch leben, grenzt an ein Wunder. In einer Situation, die für viele tödlich geendet hätte, bewahrte der angeschossene Beamte mit den vier Treffern offenbar kühlen Kopf: Trotz seiner schweren Verletzungen alarmierte er selbst die Rettungskräfte und leistete seinem Kollegen Erste Hilfe, bevor beide in die Krankenhäuser Taulí de Sabadell und Mútua de Terrassa gebracht wurden. Dort kämpfen die Ärzte nun um ihre Genesung – nach offiziellen Angaben stabil.

Während die Kliniken die Patienten versorgen, sind die Täter weiterhin auf freiem Fuß. Die Guardia Civil hat eine Großfahndung eingeleitet, doch erste heiße Spuren gibt es nicht. Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die gefährliche Realität, mit der Polizeikräfte in Katalonien konfrontiert sind – fernab von politischen Debatten über Zuständigkeiten und Symbolpolitik. Hier geht es nicht um Kompetenzgerangel zwischen Mossos d'Esquadra und Guardia Civil, sondern um schlichte, tödliche Gewalt gegen den Staat.

Kein Einzelfall in der Region

Wer jetzt noch glaubt, dies sei ein isolierter Vorfall, sollte die Statistik der letzten Monate studieren. Immer wieder berichten unsere Kollegen von Europa Press über Auseinandersetzungen mit organisierten Banden in der katalanischen Metropolregion Barcelona. Besonders die AP-7 als wichtige Transitroute scheint zunehmend zum Terrain krimineller Gruppierungen zu werden, die vor Waffengewalt nicht zurückschrecken. Die Politik ist gefordert, nicht nur Anteilnahme zu bekunden, sondern endlich wirksame Konzepte gegen die zunehmende Bewaffnung der Kriminellen zu entwickeln.

Die beiden verletzten Beamten werden noch Tage, vielleicht Wochen im Krankenhaus verbringen. Man kann nur hoffen, dass sie körperlich und seelisch genesen. Und man muss festhalten: Ihre Professionalität hat womöglich Schlimmeres verhindert. Dass sie „nur“ verletzt wurden, ist kein Zufall – es ist das Ergebnis von Ausbildung und Mut. Beides sollten wir nicht als selbstverständlich hinnehmen.

Wie Europa Press berichtet, bleiben die beiden Beamten trotz der Schwere ihrer Verletzungen in stabilen Zustand.


Quelle: europapress.es

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